Bilanz vom Sonntag

Orkan hielt Helfer in Ahrweiler auf Trab

KREIS AHRWEILER. Die Feuerwehren im Kreis Ahrweiler haben am Sonntag wegen Sturmtief Eberhard Schwerstarbeit geleistet. Den schwierigsten Einsatz gab es auf dem Rhein-Ahr-Campus.

Sturmtief Eberhard hat die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Sonntag in Atem gehalten (der GA berichtete). Wichtig: Es wurde niemand verletzt. Nach dem Sturm kam in der Nacht zum Montag in den Höhenlagen des Kreises Ahrweiler der Schnee: Bis zu 15 Zentimeter Schnee machten das Schippen schwer. Doch das war nichts gegen die Schwerstarbeit, die die Feuerwehren am Sonntag geleistet haben.

So sorgten abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume auch in Remagen für zahlreiche Einsätze. „Insgesamt wurden die Feuerwehreinheiten Remagen, Kripp und Unkelbach in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr zu 13 Einsätzen gerufen“, berichtet Wehrsprecher Gerald Gadsch. So mussten von den Wehrleuten zahlreiche Bäume, die häufig quer auf der Straße lagen, mithilfe von Kettensägen entfernt werden, um die Durchfahrt wieder zu gewähren. „Es galt aber auch, mehrere Dächer, die durch Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Stundenkilometern beschädigt wurden, zu sichern. Nur mit Hilfe der Drehleiter konnten einige dieser Einsatzlagen bewältigt werden“, so Gadsch.

Der schwierigste Einsatz: Baumaterial, das auf dem Dach des Rhein-Ahr-Campus schon bereit lag, war durch den Sturm weggeweht worden und drohte abzustürzen. „Dort war eine umfangreiche Sicherung erforderlich“, sagte der Wehrsprecher.

Er berichtetet aber auch von Schützenhilfe für die Kameraden in der Kreisstadt, die mit einer Drehleiter nicht mehr auskamen. An einem Hotel an der Ahrweiler Plätzerstraße hatte der Sturm eine Wandverkleidung losgerissen, sodass diese aus der Höhe entfernt und nach unten gebracht werden musste.

400 Stunden ehrenamtliche Arbeit

Marcus Mandt, Wehrleiter in der Kreisstadt, hatte 100 Kräfte mit 20 Fahrzeugen im Einsatz, um Dutzende Sturmschäden zu beseitigen. „Ob abgedeckte Dächer oder umgestürzte Bäume, alles wurde hoch motiviert und in kürzester Zeit abgearbeitet“, sagte der Stadtwehrleiter und dankte seinen „Jungs und Mädels für 400 Stunden ehrenamtliche Arbeit“.

Wehrleute in Sinzig und Bad Breisig stellten sich ebenso den Sturmschäden wie ihre Kollegen in der Verbandsgemeinde Altenahr. Bad Breisig hatte 80 Leute im Einsatz, die auf 600 Arbeitsstunden kamen. Die Dernauer Wehrleute mussten sich unter anderem um Bäume und Fernmeldemasten auf der Bundesstraße 267 und im Bereich der Ahrtalbahn kümmern, um den Straßen- und Schienenverkehr wieder ans Laufen zu bekommen. In Altenahr wehte der Sturm ein Trampolin aus einem umzäunten Garten auf die Straße und auf einen vorbeifahrenden Pkw. Das Fahrzeug wurde am Dach erheblich beschädigt.

Der Ditschhardtunnel oberhalb von Altenahr musste ab 17.30 Uhr voll gesperrt werden. Der Sturm hatte die Elektronik des Tunnels beschädigt, so dass dieser aus Sicherheitsgründen nicht mehr befahren werden konnte. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Die Reparaturarbeiten dauerten bis zum Montagvormittag an.

Am stärksten wütete Sturmtief Eberhard jedoch in der Verbandsgemeinde Adenau. Dort war am Montag noch die Ortsdurchfahrt von Bauler gesperrt, weil diese von einem kompletten Dach eines Hauses blockiert wurde. „In insgesamt 21 Dörfern der Verbandsgemeinde war über Stunden der Strom ausgefallen, weil umstürzende Bäume kritische Stellen der Stromleitungen beschädigt hatten. „Die Bäume wurden durch die Feuerwehr in enger Kooperation mit der Westnetz beseitigt“, berichtet Feuerwehrsprecher Andreas Solheid. „Mehr als 100 Wehrleute haben innerhalb von sieben Stunden rund 40 Einsatzstellen abgearbeitet.“ Die Forstämter im Kreis Ahrweiler warnen indes vor Waldbesuchen in den nächsten Tagen. Auch nach dem Orkan könnten noch Bäume umstürzen.