Umgehung Bad Neuenahr

Nie befahrene Brücke muss saniert werden

Bad Neuenahr. Die Brücke am Schwertstal ist 30 Jahre alt und wurde eigentlich noch nie befahren. Doch jetzt sorgt sie dafür, dass die Umgehung Bad Neuenahrs auch 2017 nicht fertig wird.

2015, 2016, 2017 – Jahreszahlen die alle schon auf dem Bauschild der Umgehung Bad Neuenahr standen. Dies unter der Überschrift: „Fertigstellung bis“. 2017 sollte definitiv alles fertig sein. Das hatte der Landesbetrieb Mobilität (LBM), der für die größte Baustelle im nördlichen Rheinland-Pfalz verantwortlich zeichnet, dem General-Anzeiger noch im Spätsommer bestätigt.

Daraus wird wohl nichts. Das Baustellenschild darf einmal mehr geändert werden. Denn „wie aus heiterem Himmel“ stellten die Verantwortlichen fest, das die zur Umgehung gehörende Brücke am Schwertstal, die als erstes Teilstück der Umgehung schon vor 30 Jahren gebaut und bislang nur vom Baustellenverkehr genutzt wurde, sanierungsbedürftig ist.

Dazu erklärte Birgit Küppers von der Stabsstelle des LBM gestern auf Anfrage des General-Anzeigers: „Leider zeichnen sich in den vergangenen Wochen Verzögerungen ab, so dass aus heutiger Sicht eine Fertigstellung in der ersten Jahreshälfte 2018 wahrscheinlich erscheint. Zum einen haben sich beim derzeit laufenden Bauauftrag die den Straßenbau und die Herstellung von zwei Leichtflüssigkeitsabscheidern Verzögerungen durch Abstimmung des Bauverfahrens für die Baugrubensicherung der Leichtflüssigkeitsabscheider ergeben.

Zum anderen kommt die Sanierung des rund 30 Jahre alten Bauwerks „Im Schwertstal“ (Die Brücke „Im Schwertstal“ wurde bislang lediglich vom Baustellenverkehr genutzt) dazu, das für die heutigen Lastmodelle nicht mehr ausreichend tragfähig ist und auf dem gemäß eines ergänzenden Planfeststellungsverfahrens die noch zu errichtenden Lärmschutzwände von ehemals geplanten zwei Meter auf 2,50 Meter Höhe aufgestockt wurden. Dadurch sind zusätzliche Verstärkungen erforderlich.“

Diese Leistungen müssten vor Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung noch eingeplant werden und seien bis vor einigen Monaten in ihrer Tragweite nicht bekannt gewesen. Küppers: „Wir arbeiten dennoch mit Hochdruck daran, in 2017 so viel wie möglich fertig zu stellen.“ Dazu gehört laut Werner Oster, stellvertretender Leiter des LBM, auch, dass die Brücke „Im Schwertstal“ eine neue Fahrbahn bekommt.„ Oster gestern auf GA-Anfrage: „Das soll vor der Inbetriebnahme gemacht werden.“

"Same procedure as every year"

„Einmal mehr führen Verzögerungen in den Bauarbeiten dazu, dass pünktlich zum Jahresende das Jahr der Fertigstellung um ein weiteres in die Zukunft verschoben werden muss – 'same procedure as every year'“, kommentiert Kreisstadt-Bürgermeister Guido Orthen die neuesten Nachrichten aus Cochem. „Das ist sehr ärgerlich und beeinträchtigt auch unsere städtischen Planungen. Wir hoffen sehr, dass keine weiteren Verzögerungen eintreten und die Bundesstraße im Jahr 2018 fertiggestellt werden kann.“ Denn die Stadt plant, wie berichtet, im Zuge der B 266 eine neue Stadteinfahrt. Diese soll die bisherige Einfahrt am Bahnübergang Hauptstraße ersetzen und in Höhe der Berufsbildenden Schule errichtet werden.

Seit 2009 wird an dem Projekt „Umgehung Bad Neuenahr“, dessen Abschluss eigentlich für 2015 angestrebt wurde, gearbeitet. Aufgrund der Gesamtlänge von rund 1,8 Kilometern und der aufwendigen Bauwerke, eine 108 Meter lange Brücke sowie zwei Tunnel, wurde der Neubau der Ortsumgehung von Anfang an in mehreren Abschnitten umgesetzt.

Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt, der Brücke „Im Dellmich“, wurden schon vor sechs Jahren abgeschlossen. Die 445 Meter lange und bis zu sieben Meter hohe bergseitige Stützwand zwischen Bergstraße und dem Ausbauende „Im Schwertstal“ wurde von Oktober 2010 bis Sommer 2012 gebaut. Sie wurde im Stil der Stützwand an der Umgehung Ahrweiler errichtet, also mit Bruchstein aufwendig verkleidet.

Für die beiden Tunnelbauwerke, die unter den städtischen Straßen „Im Muckental“ und „Bergstraße“ liegen, sowie zwei dazwischenliegende Stützwände wurde 2012 begonnen. Die Bauarbeiten am Tunnel „Bergstraße“ wurden Ende 2013, die am Tunnel „Im Muckental“ sowie die beiden zwischen den Tunneln liegenden Stützwände Ende 2014 abgeschlossen.

Seit Dezember 2014 wurde parallel auch an den beiden großen Stützwänden zwischen der Brücke „Im Dellmich“ und dem Tunnel „Im Muckental“ gearbeitet. Diese bis zu 9,80 Meter hohen Bauwerke wurden im Herbst fertiggestellt. Im Herbst erfolgte auch die Einrichtung der beiden Tunnel mit der notwendigen Infrastruktur.