Kommentar zur Pflegetonne

Nicht zu Ende gedacht

Container für Windelsäcke: Diesen Service bietet beispielsweise der Bauhof vom Wipperfürth den Bürgern an. Ärztliche Bescheinigungen oder Hinweise auf Pflegebedürftigkeit benötigt man nicht.

Container für Windelsäcke: Diesen Service bietet beispielsweise der Bauhof vom Wipperfürth den Bürgern an. Ärztliche Bescheinigungen oder Hinweise auf Pflegebedürftigkeit benötigt man nicht.

Kreis Ahrweiler. Gegen die vom Ahrweiler Kreistag beschlossene Einführung einer sogenannten Pflegetonne ist wirklich nichts einzuwenden. Die Folgewirkungen in der praktischen Umsetzung vor Ort sind jedoch fatal.

Eine Mieterin in einem Mehrfamilienhaus soll allen Ernstes ihrem Hausverwalter eine ärztliche Bescheinigung darüber vorlegen, dass sie inkontinent ist und Windeln braucht, ehe ihrem Wunsch nach Beschaffung der Tonne Rechnung getragen wird. Persönlichkeitsrechte werden mit Füßen getreten, der Diskriminierung sind Tor und Tür geöffnet.

Nicht nur, dass es einen Hausverwalter einen feuchten Kehricht angeht, ob ein Mieter inkontinent ist. Vielmehr sollen nun wohl auch noch Krankenkassen – getragen von der Solidargemeinschaft der Einzahler – die geforderte ärztliche Bescheinigung bezahlen. Unglaublich.

Wenigstens wurde eine ursprünglich vorgesehene besondere farbliche Markierung der Pflegetonne noch abgewendet.

Für Mehrparteienhäuser ist das Thema Pflegetonne nicht zu Ende gedacht. Warum gibt es nicht eine zentrale Containerlösung? Da bleiben die Nutzer wenigstens anonym und brauchen keine unsinnigen ärztlichen Atteste.