Anbindung für Fußgänger und Radfahrer gefordert

Neuer Anlauf für Brücke über Ahr in Bachem gestartet

Eine Verbindung zur Max-Planck-Straße auf der anderen Ahrseite wünschen sich die Bachemer Bürger und der Ortsbeirat.

Eine Verbindung zur Max-Planck-Straße auf der anderen Ahrseite wünschen sich die Bachemer Bürger und der Ortsbeirat.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Idee ist nicht neu. Die Bachemer hätten gerne eine Rad- und Fußgängerbrücke über die Ahr im Bereich Hostert auf der Bachemer Seite und der Max-Planck-Straße auf der anderen Ahr-Seite. 2007 stieß der Vorschlag auf wenig Liebe bei der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Den Grund erläuterte Vize-Ortsvorsteher Bernd Walther jetzt im Ortsbeirat: „Das Projekt wurde damals abgeschmettert, weil es mit einer Million Euro zu teuer wäre.“ Auch das Argument des kurzen Weges zum Mittelzentrum mit seinen Geschäften und Banken habe nicht gezogen, „weil es in Bachem eine komplette Infrastruktur gebe“.

Davon kann heute nicht mehr die Rede sein. Die Kreissparkasse ist weg, die Volksbankfiliale ist schon lange Geschichte, und auch das Konsum. Im Dorf gibt es lediglich noch eine Bäckerei und eine Gaststätte. Das war's. Diese veränderten Vorzeichen sieht der Ortsbeirat als Chance für einen Neuanfang mit der Stadt in Sachen Brücke. Am liebsten schon bei den Haushaltsberatungen für 2019. Es müsse auch „kein Riesending“ wie die Brücke am Ahrweiler Schwimmbad sein, Hauptsache ein „Brückelchen“ über die Ahr. Ortsvorsteher Georg Schikowski sieht darin unisono mit dem kompletten Ortsbeirat „eine Verbesserung vor allem für die älteren Bachemer, die „fast alle ihre Einkäufe für den täglichen bedarf im Mittelzentrum tätigen“. Auch wäre die Brücke von Vorteil für die Kinder der Kita Rappelkiste und Bachemer Bürger, die täglich vom Ahrweiler Bahnhof aus zur Arbeit fahren.

Neue Argumente und neue Faktenlage

Ins Feld führt der Ortsbeirat aber auch die Landesgartenschau 2022. Denn über ein Brückelchen wären die mit der Bahn anreisenden Besucher nach ein paar Minuten Gehweg mittendrin im Laga-Gelände, nämlich der Streuobstwiese am Bachemer Ahrufer.

Nicht im „Wunschzettel“ an die Stadt stehen wird jedoch ein weiteres Argument, das Schikowski brachte. Denn der eigentliche Wunsch nach dem „Brückelchen“, das keine Million kosten muss, wurde von Bachemer Bürgern an ihn herangetragen, als in Ahrweiler Stimmen für eine Hängeseilbrücke über das Adenbachtal als Attraktion für die Landesgartenschau laut geworden waren (der GA berichtete). Schikowski: „Eine Brücke zwischen Bachem und der Ahrallee wäre erstens eine große Erleichterung und zweitens sinnvoller, als eine bereits im Hunsrück bestehende Hängeseilbrücke nachzumachen.“

Das wurde dann auch gar nicht erst ins Protokoll aufgenommen. Denn erstens will das Gremium „keinen Krach mit Ahrweiler“ und zweitens fand zumindest Jörn Kampmann, SPD-Stadtrats- und Ortsbeiratsmitglied, die Hängeseilbrücke in der „Addemich“ durchaus reizvoll. Für eine Machbarkeitsstudie hat jedenfalls der Stadtrat einstimmig 10 000 Euro lockergemacht. Der Ortsbeirat ist sich auch ohne den Seitenhieb auf die Nachbarschaft sicher, dass die neuen Argumente wegen der neuen Faktenlage ziehen.