Lärm in Ahrweiler Wälder

Motorfahrzeuge schrecken Tiere im Wald auf

Brüllendes Motorrad

Straßenlärm kommt auch von lauten Motorrädern. Foto: Marcus Brandt/Archiv

KREIS AHRWEILER. Weil die Natur sich gerade im Herbst von ihrer farbenfrohesten Seite zeigt und es viele in die Natur zieht, appellieren die Kreisjägerschaft Ahrweiler und die Forstämter an Freizeitnutzer mit motorisierten Fahrzeugen.

Sie bitten unter anderem Quadfahrer, im Wald Rücksicht auf die tierischen Bewohner zu nehmen und die motorisierte Freizeitbeschäftigung auf ausgewiesene Wege zu beschränken.

Gerade im Gebiet des Forstamtes Adenau seien besonders rücksichtslose Zeitgenossen auch mit Enduro-Maschinen selbst noch in der Dämmerung auf gesperrten Wegen unterwegs und versuchten teils mit unkenntlich gemachten Kennzeichen, der Verfolgung zu entgehen. Die Forstbehörde und die Jagdpächter bitten eindringlich darum, solches Verhalten zu unterlassen.

Davon abgesehen, dass die Ruhe gestört werde und auch Wanderer und andere Besucher des Waldes sich über den Lärm ärgerten, sei auf Wald- und Forstwegen nur Befugten das motorisierte Fahren erlaubt. Viel schlimmer sei aber, dass durch das verbotene Fahren im Wald und abseits der Wege nicht nur Pflanzen zerstört sowie Kleinstlebewesen und Bodenbrüter getötet werden könnten. Das Befahren des Waldes sei ein Verstoß gegen das Jagdgesetz. Es sei verboten, Wild unbefugt an seinen Zufluchts-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten zu stören.

Besonders im Herbst, wo sich die wild lebenden Tiere eine Fettschicht für den Winter anfressen müssten und darüber hinaus das Rotwild aktuell sehr viel Energie bei der Fortpflanzung verbrauche, sei es unabdingbar, dass das Wild in seinen Einständen (Dickung) und auf seinen Äsungsplätzen nicht beunruhigt werde.

Sollte dies der Fall sein, ist laut Kreisjägerschaft die logische Konsequenz, dass es sich nicht heraustraut. Aufgrund des Äsungs-Rhythmus und der Beschaffenheit der Mägen müsse es aber in regelmäßigen Abständen Nahrung zu sich nehmen. Es bleibe stattdessen in seinem Einstand und mache sich, um den Hunger zu stillen, an die Triebe der jungen Bäume heran.

Das wiederum schade den Wäldern massiv. Darüber hinaus könne eine fehlende Fettschicht in strengen Wintern schnell den Hungertod bedeuten.