Verkehr in Bad Neuenahr

Mobilitätsprobleme an der Ahr beleuchtet

Bestritten die Podiumsdiskussion: Kreissprecher Christoph Scheuer und Grünen-Landtagsabgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler.

Bestritten die Podiumsdiskussion: Kreissprecher Christoph Scheuer und Grünen-Landtagsabgeordnete Jutta Blatzheim-Roegler.

BAD NEUENAHR. Im Rahmen der Podiumsdiskussion mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Jutta Blatzheim-Roegler wurde der Haltepunkt Ahrweiler Markt angesprochen. Dieser soll bis 2022 barrierefrei sein.

Im Rahmen seiner Podiumsdiskussionen hatte der Kreisverband der Grünen am Montag zu einer Gesprächsrunde mit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und fachpolitischen Sprecherin für Mobilität, Verkehr und Tourismus im Landtag, Jutta Blatzheim-Roegler, eingeladen. Im Hotel Weyer in Bad Neuenahr war ein Dutzend Teilnehmer der Einladung gefolgt, vor allen Dingen, um sich über den Stand der Dinge bei Mobilitätsprojekten an der Ahr zu informieren. Themen waren dabei die Ahrtalbahn, die B 266 oder das neue ÖPNV-Konzept. Dass Letzteres in Teilen des Kreises schon umgesetzt ist, erfreute die Abgeordnete, dass vieles dabei noch nicht so läuft, wie es sich die Macher vorstellen, weniger.

Dabei wies Blatzheim-Roegler die Bemerkung eines Gastes, es gebe kein Interesse an Verbesserungen, um das Projekt alsbald wieder einstellen zu können, zurück. Konstruktiver war da schon die Kritik an den Preisen für eine Fahrt im Bus. Insbesondere das Wabensystem steht in der Kritik. Drei Euro für eine Fahrt von Ahrweiler nach Bad Neuenahr seien einfach zu teuer. Außerdem verhindere das System einen Stadtbus.

Es sei ein neues Nahverkehrsgesetz in Arbeit, so die Abgeordnete. Noch in diesem Jahr erwarte man zumindest einen ersten Referentenentwurf. Mit dem neuen Gesetz soll der Nahverkehr zur Pflichtaufgabe für Kreise und Kommunen werden. Im Gespräch sei auch ein e-Ticket für Rheinland-Pfalz. Blatzheim-Roegler berichtete aus den Niederlanden, wo die Abrechnung der Nutzung des Nahverkehrs mittels Chip funktioniere, berechnet wird nur die tatsächlich gefahrene Kilometerzahl.

Umgehung von Lohrsdorf

Das Thema „Ahrtalbahn“ birgt zumindest nach Auffassung der Grünen viele Probleme: Elektrifizierung, Haltepunkte Lohrsdorf und Bad Neuenahr Mitte, Barrierefreiheit am Punkt Ahrweiler Markt. Die Elektrifizierung sei derzeit nicht in der Planung. „Hier muss der politische Druck weiter aufgebaut werden“, so die Abgeordnete. Allerdings hatte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) mehrfach darauf hingewiesen, dass die Elektrifizierung der Ahrtalbahn sehr wohl in der Planung sei.

Der im Plenum anwesende Wolfgang Groß von den Freunden der Ahrtalbahn ergänzte, dass sich derzeit vieles positiv entwickle. So werde Anfang 2019 in Mainz eine Prioritätenliste hinsichtlich der Elektrifizierung weiterer Bahnen im Land aufgestellt.

Was weitere Haltepunkte der Ahrtalbahn betreffe, so sei dies keine Entscheidung der Bahn, sondern der Politik, verdeutlichte Groß. Die Abgeordnete verwies in Sachen „Barrierefreiheit am Haltepunkt Ahrweiler Markt“ auf eine Kleine Anfrage ans Verkehrsministerium. Demnach werde die Erhöhung der beiden dortigen Bahnsteige bis zur Landesgartenschau erfolgen, die Kosten dafür bezifferte das Ministerium auf 2,4 Millionen Euro.

Das Lohrsdorfer Ortsbeiratsmitglied Hubert Rössel (CDU) sprach einmal mehr die Umgehung von Lohrsdorf an. Dort werde derzeit ein Konstrukt geplant, das 50 Millionen Euro koste, um ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet zu umgehen, bei dem man sich angesichts von Rad- und Feldwegen, Nutzung als Hundetoilette und landwirtschaftlicher Nutzung fragen müsse, was denn dort noch schützenswert sein. Blatzheim-Roegler sagte zu, sich im Umweltministerium noch einmal zu informieren. Grundsätzlich sprach sich die Abgeordnete aber gegen den Bau neuer Straßen aus.