FDP im Kreis

Mitgliederzahl der Liberalen steigt in Ahrweiler stark an

Christina Steinhauser (r.) begrüßt das neue Mitglied Caroline Rosental

Christina Steinhauser (r.) begrüßt das neue Mitglied Caroline Rosental

WALPORZHEIM. Der Kreisparteitag freut sich über einen Zuwachs von 21 Prozent im Kreis Ahrweiler. Für die Kommunalwahlen im nächsten Jahr sieht sich die Partei gut gerüstet.

In bester Stimmung hielten die Freidemokraten ihren Kreisparteitag im Restaurant „Kleinode“ in Walporzheim ab. Hatte die FDP doch besonders im Kreis Ahrweiler bei der Bundestagswahl ein herausragendes Ergebnis eingefahren. „Diese Wahl war für die FDP von existenzieller Bedeutung, denn wenn wir es wieder nicht in den Bundestag geschafft hätten, hätte sich die Frage des Fortbestandes unserer Partei gestellt“, resümierte der Kreisvorsitzende Ulrich van Bebber.

Bundesweit besitze die FDP nun eine stabile Grundlage für die nächsten Jahre und könne den bevorstehenden Wahlen mit Zuversicht entgegensehen. Das gelte insbesondere für die 2019 anstehenden Kommunalwahlen.

Die Liberalen im Kreis Ahrweiler hätten sowohl bei den Erststimmen als auch bei den Zweitstimmen das beste Ergebnis in ganz Rheinland-Pfalz erzielt und das Ergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 glatt verdoppelt, freute sich van Bebber. Er dankte allen, die dazu beigetragen hätten, und gab für die Kommunalwahl das anspruchsvolle Ziel aus, den Stimmenanteil in allen Gebietskörperschaften zu verdoppeln und auch überall wieder in die Stadt- und Gemeinderäte einzuziehen.

Die gestiegene Beliebtheit der FDP habe sich auch in einem deutlichen Plus an Mitgliedern niedergeschlagen: Innerhalb eines Jahres sei deren Anzahl um 21 Prozent von 119 auf 144 und gestiegen. Zudem habe man die einige Zeit brachliegenden Ortsverbände in Altenahr, Bad Breisig, Remagen und der Grafschaft wieder reaktivieren können, wo jeweils neue Vorsitzende die Initiative übernommen hätten. Nun wolle man mit Strategieworkshops im Vorfeld den Wahlkampf ordentlich planen.

Ausstieg war richtige Entscheidung

„Vollständig richtig“ sei es auch gewesen, dass die FDP aus den „Jamaika“-Verhandlungen auf Bundesebene ausgestiegen sei, „denn es gab keine Vertrauensbasis und keine gemeinsame Idee für einen Politikwechsel.“ Als die Liberalen das erkannt hätten, seien sie sich zu schade gewesen, den Steigbügelhalter für eine schwarz-grüne Bundesregierung abzugeben. „Für uns ist die Glaubwürdigkeit sehr wichtig. Wären wir in die Jamaika-Koalition eingestiegen, wären wir bei der nächsten Wahl wieder abgestraft worden – wie nach der letzten schwarz-gelben Bundesregierung“, so seine Befürchtung. Und: „Uns sind Inhalte wichtiger als Posten.“

Aber auch im Kreistag vertrete die FDP-Fraktion, die aus ihm und Christina Steinhausen besteht, eine klare Linie. Beispielsweise in Sachen Windenergie, die man vehement bekämpfe, damit die Eifel nicht irgendwann wie der Hunsrück aussehe – dort stehe ein Windrad neben dem nächsten.

Das Projekt „EnAHRgie“ fand demgemäß keine Gnade in seinen Augen: „Außer Spesen nicht viel gewesen.“ Wenn man die Ergebnisse in die Tat umsetzen wolle, müssten kreisweit 55 neue Windräder gebaut werden, um das vom Kreistag ausgegebene Ziel zu erreichen, bis 2030 bilanziell den Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. „Dann können wir den Tourismus hier einpacken“, schüttelte van Bebber den Kopf.

Wichtiger sei der FDP der Aufbau der Infrastruktur, vor allem der Straßen, die für den ländlichen Raum wichtige Lebensadern seien, erklärte van Bebber. Deshalb habe seine Fraktion im Kreistag angeregt, vordringlich diejenigen Kreisstraßen auszubauen, die nach dem Lückenschluss der Autobahn A1 als Zubringer dienen.

„Die Zubringerstraßen müssen fertig sein, wenn der Lückenschluss komplett ist“, fand er. Ein weiteres wichtiges Thema sei die Verringerung des Bahnlärms entlang der Rheinschiene.