Gottesdienst zum Valentinstag

"Messe anders" in Ahrweiler im Zeichen der Liebe

„Messe anders“ in Sankt Laurentius mit Carmen und Stephan Maria Glöckner.

„Messe anders“ in Sankt Laurentius mit Carmen und Stephan Maria Glöckner.

AHRWEILER. Ein ganz besonderer Gottesdienst zum Valentinstag hat zahlreiche Gläubige in die Ahrweiler Laurentius-Kirche gelockt. Unter dem Motto „Liebe – Herzensbrecher“ ging es um Beziehungen in all ihren Phasen und Liebe als grundlegendes Urgefühl.

Von und mit Wortkünstler und Musiker Stephan Maria Glöckner hat am Donnerstagabend die vierte „Messe anders“ in der Ahrweiler Laurentius-Kirche stattgefunden. Ganz im Zeichen des Valentinstages ging es unter dem Motto „Liebe – Herzensbrecher“ um Beziehungen in all ihren Phasen und Liebe als grundlegendes Urgefühl. Die Gläubigen füllten zahlreich das Kirchenschiff und zeigten sich der neuen Gottesdienstart gegenüber aufgeschlossen.

Der Sternenhimmel über den Köpfen der Besucher und der Altarraum waren in tiefes Rot getaucht, es herrschte eine ruhige und erwartungsvolle Atmosphäre. Moderatorin Theresa Ulrich interviewte zu Beginn des Gottesdienstes Gitarrist Glöckner zum Motto des Abends. „50 Prozent der Motivation, der Themen in der Musik sind die Liebe“, so der gebürtige Neusser, der mit seiner Eigenkomposition „Raum“ von seinem Album „Chaos im Kopf“ direkt ein eindrucksvolles Beispiel für diese Aussage gab. In den Strophen sang er von einem „Raum der Liebe“, der zwar schön sei, aber auch kalt. Der Refrain sprühte dann vor Hoffnung, dass die Wärme zurückkehren kann.

Von Anfang an wurde in dieser „Messe anders“ klargemacht, dass hier nicht etwa die rosarote Brille aufgesetzt wird, sondern Liebe in all ihren Facetten, auch den dunklen, zur Sprache kommt. Gemeinsam mit seiner Frau Carmen interpretierte Glöckner auf anrührende Weise den Cyndi Lauper-Klassiker „True Colors“. Die Gläubigen spendeten nach jedem Stück herzlichen Beifall und einige nahmen das Angebot wahr, über Texte auf Leinwand oder Handy mitzusingen. „Wir kommen mit unseren Herzen“, hob Zelebrant Dechant Jörg Meyrer das Eröffnungsgebet an, „zu dem Gott, von dem es heißt, dass du die Liebe bist“.

Zur „Das Wort“ genannten Predigt hatte Glöckner eine Passage aus dem Markus-Evangelium ausgewählt, wo es um das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe geht. Nach einer persönlichen Einleitung über den „Zickzack-Kurs, was meine Beziehungen angeht“, konzentrierte er sich zunächst auf den neuralgischen Punkt jeder Partnerschaft, in der die Verliebtheit langsam enttäuscht wird und eine Entscheidung nötig wird: Geht man zum nächsten Objekt der Begierde weiter oder zieht man für sich Konsequenzen und übernimmt Verantwortung?

Als Gegenteil der Liebe machte Glöckner die Angst aus, die aus einem Ego erwächst, das seine ursprüngliche Verbindung zur Liebe verloren hat. Erst wenn „wir nicht vergessen, wo wir herkommen“, dann „kann die Liebe uns finden“. In seinem Stück „Die Liebe“ brachte er diese Gedanken noch einmal in musikalische Form. In der zehn-minütigen „Zwischenzeit“ waren die Gläubigen eingeladen, Liebesbriefe zu verfassen oder sich von Paaren oder Einzelpersonen aus dem Organisationsteam segnen zu lassen. Vor den Segnenden bildeten sich Schlangen und überall im Kirchenschiff sah man Paare sich umarmen. Der Gottesdienst der anderen Art schloss mit einem Klassiker von den „Beatles“: All You Need is Love“. Anschließend lockte ein Empfang im hinteren Teil der Kirche.