Bad Breisig

Kita-Leiterin nach Tod eines Kindes angeklagt

13.11.2017 Bad Breisig. Ein halbes Jahr nach dem Tod eines Kleinkinds nahe einer Kita in Bad Breisig hat die Staatsanwaltschaft Koblenz eine verantwortliche Mitarbeiterin angeklagt.

Nach dem Tod eines Kleinkinds nahe einer Kita in Bad Breisig vor einem halben Jahr hat die Staatsanwaltschaft Koblenz eine verantwortliche Mitarbeiterin angeklagt. Nach Mitteilung vom Montag wirft die Behörde der Frau vor, mit Fahrlässigkeit den Tod des dreijährigen Jungen verursacht zu haben. Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verschulden weiterer Kollegen hätten sich nicht ergeben. Wann es zum Prozess vor dem Amtsgericht Sinzig kommt, ist noch unklar.

Laut Staatsanwaltschaft hatte das Kind am 8. Mai den Turnraum der Kita „Regenbogen“ in einem unbeobachteten Moment verlassen und war durch eine unverschlossene Tür in den Personalflur gelangt. Durch eine ungesicherte Außentür soll der Dreijährige erst auf den Mitarbeiterparkplatz und dann in einen benachbarten privaten Garten mit einem Teich gelaufen sein. „In diesen stürzte der Junge aus nicht mehr aufzuklärenden Gründen und verlor das Bewusstsein“, hieß es weiter. Erst nach mehreren Minuten wurde er gefunden und zunächst wiederbelebt. Er starb aber später im Krankenhaus.

Laut Anklage soll die verantwortliche Mitarbeiterin unzureichende Anordnungen für die Aufsicht der Kinder gegeben haben. Es sei nicht ausgeschlossen gewesen, dass diese unerkannt in den Personalflur und ins Freie gelangen konnten. Zuvor hatte der SWR über die Anklage berichtet. Der Tod des kleinen Jungen hatte Bad Breisig geschockt. (dpa)