Parks in Bad Neuenahr

Kaiser und Könige haben bei der Namensgebung ausgedient

Mit der Umgestaltung des Kurparks soll der Grundgedanke des einstigen Planers Peter Joseph Lenné fortgeführt werden.

Mit der Umgestaltung des Kurparks soll der Grundgedanke des einstigen Planers Peter Joseph Lenné fortgeführt werden.

BAD NEUENAHR. „Ziemlich staubig“ ist der Begriff Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park nach Meinung von Bürgermeister Guido Orthen, der im Stadtrat laut über die Namen von Grünanlagen in Bad Neuenahr nachdenkt.

Noch im Oktober soll der Realisierungswettbewerb für die Umgestaltung des Bad Neuenahrer Kurparks auf den Weg gebracht werden. Grundlagen dafür sind die in einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Landschaftspflegeausschuss befürworteten Planungsleitlinien nebst Kostenrahmen von 3,386 Millionen Euro (der General-Anzeiger berichtete). Leitlinien und Kostendeckelung passierten am Montagabend einstimmig den Stadtrat.

Als Tenor der Stellungnahmen der Fraktionen kann das Statement von Gregor Sebastian (FWG) herhalten: „Bei der Überplanung des Kurparks gilt es, hohe Ansprüche an die Parkanlage miteinander zu verbinden und Lösungen im Konsens zu entwickeln. Ziel muss sein, eine langfristig tragfähige Sanierung der Parkanlage zu erreichen.“

Ralf Wershofen sieht für die CDU den „neuen Kurpark“ als Erholungsort, aber auch als Treffpunkt für Bürger und Gäste. Wobei Werner Kasel (SPD) und Wolfgang Schlagwein (Grüne) den Wert unterstrichen, bei der Gestaltung an den Ursprungsgedanken des preußischen Gartenkünstlers Peter Joseph Lenné (1789-1866) anzuknüpfen. Kasel hält es zudem für überlegenswert, eine Offenlegung des Mühlenteiches auch im Zuge einer Umgestaltung der Kurgartenstraße in Erwägung zu ziehen. Für überholt hält Engelbert Felk (FWG) hingegen den Begriff Kurpark. Die Zeiten von „Kurdirektor oder Kur- und Verkehrsverein“ seien „vorbei“. Der Hotelier regte an, in Sachen Namensgebung für den neuen Park einen Wettbewerb unter den Bürgern durchzuführen.

Das hielt Bürgermeister Guido Orthen (CDU) für durchaus überlegenswert. Damit knüpfte Orthen an seine Äußerungen bei der städtischen Jugendversammlung an, bei der er den Begriff Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park als „ziemlich staubig“ bezeichnete. So sagte Orthen vor dem Rat: „Vielleicht gibt es noch andere Parks, deren Namen überdacht werden sollten.“ Denn: „Es bringt nichts, einer Zeit nachzuhängen, als es noch Kaiser und Könige gab.“ Somit sind schon die Namen Dahliengarten und Lenné-Park außen vor. Der Kaiser-Wilhelm-Park dürfte dann aber auch auf den Prüfstand.

Mal sehen, was sich da bis zur Landesgartenschau 2022 tut. Bei der Kurgartenstraße dürfte es jedoch schwierig werden, denn diese ist postalisch belegt.