20. Hoffest des Winzervereins

Jungwinzer-Fete in Ahrweiler verdoppelt Besucherzuspruch

Ausgelassene Stimmung herrscht beim Hoffest.

Ausgelassene Stimmung herrscht beim Hoffest.

AHRWEILER. Beim Hoffest des Ahrweiler Winzervereins fließen aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen die kühlen Weine in Strömen. Dort treffen sich, anders als bei den großen und weithin beworbenen Weinfesten, nicht die Touristen und Urlauber, sondern die Einheimischen.

Ein wenig chillen, ein wenig abrocken, ein wenig gemütlich zusammensitzen und feiern, und das am besten immer mit einem Glas leckeren Ahrwein in der Hand. All das war am Wochenende wieder beim Hoffest des Ahrweiler Winzervereins möglich. Das Fest feierte Jubiläum, fand schon zum 20. Mal statt. „Beim 125-jährigen Bestehen des Winzervereins 1999 kam uns diese Idee“, blickte Stephan Esser zurück. Seither lockt das Fest am ersten Augustwochenende die Massen auf das Areal an der Walporzheimer Straße.

„Man sieht jedes Jahr Leute, die man schon ewig nicht gesehen hat“, so Esser. Das gilt insbesondere für den Samstagabend, der seit vielen Jahren durch live gespielte Covermusik der beliebtesten Oldies geprägt ist. Rund 15 Jahren sorgten hierfür die Musiker von Siegfried Service, ehe sie im vergangenen Jahr den Rückzug in die Rocker-Rente verkündeten. Am Samstag waren sie zwar alle wieder da, aber nur, um in der ersten Reihe Platz zu nehmen und sich anzuschauen, was ihre Nachfolger machen. Auf der Bühne rockte Bounce, eine viel gebuchte Coverband aus dem Großraum Adenau. Das Sextett stand seinen Vorgänger in nichts nach, bot tolle Musik und füllte die Tanzfläche vor der Bühne ein ums andere Mal. Und auch der Hof war wieder proppenvoll mit Menschen, die einen gemütlichen und lauen Sommerabend verleben wollten. Den Wein hatten die Winzer seit Tagen in Massen im Kühlhaus gelagert. Bei der Sommerhitze war abzusehen, dass in allererste Linie die hellen und damit die gekühlten Weine über die Theke gehen würden.

Das war auch schon am Freitag so, nur gab es da die Weine aus übergroßen Flaschen. Für die „Big Bottle Party“ standen die rund ein Dutzend Jungwinzer der Genossenschaft Pate. Sie hatten dem Hoffest zum zweiten Mal einen dritten Festtag vorgeschoben und baten in erster Linie ein junges Publikum zum „Sommerzauber“. Der Hof war ein wenig verkleinert worden, mit bunten Lampions schön illuminiert. Man nahm auf Palettenstapeln Platz, der Wein lag auf Eis, DJ Jan Kattenbusch legte Musik auf und die Besucher ließen es sich gutgehen. Das Konzept kommt an, die Jungwinzer zählten rund doppelt so viele Gäste wie bei der ersten Auflage. Dabei mischte sich so manch älteres Genossenschaftsmitglied gerne unter die jungen Leute und feierte mit. Wer es etwas ruhiger liebte, der war am Samstagnachmittag oder aber am Sonntag richtig. Samstag gab es jazzige Klänge zu hören, dafür sorgten Tommy Geller und seine sechsköpfige Ipp-Jazz-Combo. Das Sextett erfreute mit Klassikern des Jazz. Ganz anders dann am Sonntagmittag. Da gab es traditionelle Klänge der Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler zu hören. Der letzte Hoffesttag trug das Motto „Familienfest.“ Für die „Pänz“ stand eine Hüpfburg bereit, beim Kinderschminken stand der Nachwuchs Schlange.

Auch Burgundia Annika Schooß mischte sich am Sonntag unters Volk. So ruhig, wie das Fest am Freitag begonnen hatte, klang es am Nachmittag aus. Die drei Festtage sah Esser derweil trotz der vielen Arbeit als „Ruhe vor dem Sturm.“ Diesen in Form der Weinlese erwarten er und die 70 Winzer der Genossenschaft in den kommenden Tagen, geht doch die Ernte in diesem Jahr besonders früh los. „In der letzten Augustwoche“, so der Vertriebsleiter.