Erinnerungstafeln

Johannes Brahms und Karl Marx kurten in Bad Neuenahr

KREISSTADT. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler will mit Gedenktafeln an berühmte Persönlichkeiten erinnern, die sich einst in Bad Neuenahr aufgehalten haben. Im Hotel Flora etwa, dem heutigen Rathaus, residierte Karl Marx.

Gedenktafel sollen an die Kuraufenthalte von Karl Marx und Johannes Brahms in Bad Neuenahr erinnern. Das hat der Rat der Kreisstadt beschlossen. Die Marx-Tafel soll ans Rathaus, denn dies war einst das Hotel Flora, in dem der Philosoph residierte. Für die Brahmstafel wird als Standort das Steigenberger Kurhotel favorisiert. Ausführung und Material sind Themen der nächsten Stadtratssitzung am Donnerstag, 24. Mai. Bei der Sitzung sollen aber auch Kriterien festgelegt werden, wie künftig mit der Auswahl von Persönlichkeiten für potenziell weitere Erinnerungstafeln umzugehen ist.

„Die Recherchen zu einer möglichst umfangreichen Auflistung von Persönlichkeiten, die in irgendeiner Weise mit dem Stadtgebiet von Bad Neuenahr-Ahrweiler verbunden sind, sind umfangreich und zeitaufwendig. Die für die Vorbereitung der Vorlage erfolgte Aufstellung von Persönlichkeiten ist daher noch nicht endgültig und diente lediglich dazu, Kriterien herauszuarbeiten, die der Entscheidung für zukünftige Erinnerungstafeln im Stadtgebiet zugrunde gelegt werden können“, heißt es in der Erläuterung der Sitzungsvorlage von Bürgermeister Guido Orthen.

Aus dieser Personenliste ergäben sich im Wesentlichen drei Gründe, die den Aufenthalt von Personen im Stadtgebiet bestimmt haben:

Die Geburt: Menschen, die im Stadtgebiet geboren sind und die für die Stadtentwicklung einen herausragenden Beitrag geleistet haben sowie über die Region hinaus bekannt geworden sind. Beispiele: Pitt Kreuzberg, Carl Weisgerber; Carl von Ehrenwall, Georg Kreuzberg, Cyrillus Rudolphus Jarre.

Persönlicher Lebensweg: Persönlichkeiten von über Stadt und Region weit hinausgehender Bekanntheit, die von außen ins Stadtgebiet gekommen sind, Lebensspuren hinterlassen haben und/oder mit Menschen in der Stadt freundschaftlich oder familiär verbunden waren. Beispiele: Prinzessin Augusta, Heinrich Böll, Ludwig van Beethoven, Peter Friedhofen, Andreas und Carl Müller, Frieda Nadig, Emma Trosse.

Beruf und Interessen: Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Religion, Politik, Medizin, Literatur, Kunst, Musik und Wissenschaft, die aus unterschiedlichen Gründen ins Stadtgebiet gekommen sind und sich für einen kürzeren Zeitraum entweder aus beruflichen oder persönlichen Gründen dort zum Teil mehrmals aufgehalten haben. Beispiele: Namen in Verbindung mit dem beginnenden Ahrtaltourismus wie Gottfried Kinkel, Nicolas Ponsart, Karl Simrock, Fritz von Wille, mit dem Heilbad wie Peter Joseph Lenné und mit den Bundespressebällen der 1950er Jahre wie Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß, Ludwig Erhard. Zu Gast waren aber auch Josephine Baker, Romy Schneider, Hildegard Knef, Max Schmeling oder Willy Millowitsch.

„Bei der Vielzahl namhafter Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind, sollte die Vergabe von Einzeltafeln daher auf markante Persönlichkeiten konzentriert werden“, so Orthen. Hinsichtlich der zukünftigen Realisierung weiterer Erinnerungstafeln schlägt die Verwaltung dem Rat daher vor, pro Jahr zwei Einzeltafeln im Stadtgebiet anzubringen. Die Verwaltung will einmal jährlich die entsprechenden Informationen den Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen.