Baustelle an der B266

Im Herbst 2016 rollt der Verkehr

BAD NEUENAHR. Seit 40 Jahren gibt es die Autobahn 61 und damit die Abfahrt Bad Neuenahr. Doch von da geht es über die Heerstraße in Richtung Rhein. Noch! Seit sechs Jahren wird an der Umgehung Bad Neuenahr im Zuge der Bundesstraße 266 gebaut.

In anderthalb Jahren soll auch die nach dem Hochmosel-Übergang zweitgrößte Baustelle im nördlichen Rheinland-Pfalz Geschichte sein. "Wir liegen sauber im Zeitplan. Im Herbst 2016 ist alles fertig", sagte Hermann-Josef Hein vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) bei einem Baustellentermin mit dem General-Anzeiger. Dennoch hatte es Verzug gegeben. Diesen erklärt der Bauingenieur so: "Da die zwei jetzt im Rohbau fertigen Tunnelbauwerke jeweils mehr als fünf Millionen Euro kosteten, musste deren Bau durch das Bundesverkehrsministerium genehmigt werden. Das dauerte leider länger als geplant." Jetzt gehe aber alles seinen Gang.

Aktuell werden die Tunnel nach und nach innen mit Lärmschutz aus Aluminium versehen. Dafür sind laut Hein noch rund drei Monate geplant. Parallel dazu werde von der Hochbrücke Dellmich, die als erstes Bauwerk 2009 für 3,5 Millionen Euro in Angriff genommen worden war und schon lange fertig ist, die Stützmauer in Richtung der Weinberge gebaut. Im Sommer sollen dann die Lärmschutzwände vom Muckental bis zum Schwertstal an der Reihe sein. Täglich sind auf der Baustelle bis zu 30 Arbeiter beschäftigt. Wobei alle Unternehmen unterschreiben müssen, dass sie mindestens einen Lohn von 8,90 Euro pro Stunde bezahlen.

Große Posten bei den Baukosten sind laut Hein übrigens die Stützwände, ohne die auf den kompletten 1,8 Kilometern bis auf ein Teilstück von gerade mal 60 Metern nichts geht. Denn für diese wurde schon bei der Planfeststellung festgeschrieben, dass sie mit Bruchstein analog zur Umgehung Ahrweiler verkleidet werden. Gleiches gelte für die Tunnelportale. "So entfallen auf die Stützwände je nach Länge zwischen vier und 7,5 Millionen Euro", erläutert der Mann aus dem Baubüro in der Heerstraße 138, das übrigens jedem Bürger der Kreisstadt für Informationen offensteht.

Alle Gewerke der Umgehung werden europaweit ausgeschrieben. Aktuell die sogenannte Tunnelausstattung wie Sicherheitstechnik, Beleuchtung oder Löschwasservorrichtungen. Parallel zu den Tunnels verlaufen bergseitig 90 Meter lange Röhren als Löschwasserreservoir: je Tunnel 72 Kubikmeter. Richtung Stadt gibt es Auffangbecken für kontaminiertes Löschwasser, das dort nach Einsätzen abgepumpt werden kann. Die eigentlichen Straßenarbeiten, die noch ausgeschrieben werden, sollen dann im kommenden Jahr durchgeführt werden. Dann wird laut Hein ab dem Frühjahr auch der Anschluss Dellmich gebaut. Dafür werde dann die Abfahrt von der Autobahn in Richtung Sinzig für mehrere Monate über die Abfahrt Ahrweiler und den Kreisel an den Ulmen zur Heerstraße umgeleitet.

Die Umgehung

  • Gesamtlänge: 1.800 Meter
  • Hochbrücke Dellmich: 106 Meter
  • Tunnel Muckental: 115 Meter
  • Tunnel Bergstraße: 120 Meter
  • Löschwassertanks: 2 x 72.000 Liter
  • Baukosten: 41 Millionen Euro
  • Gesamtkosten: 47,5 Millionen Euro
  • Fertigstellung: Herbst 2016
  • Mindestlohn: 8,90 Euro