Zwischen Blankenheim und Altenahr

Hochrad und Segway auf der Tour de Ahrtal

Lind Radfahrer Nico Mausch
vl. Peter Schumacher und Jürgen Calenborn feuern Nico Mausch an

Lind Radfahrer Nico Mausch vl. Peter Schumacher und Jürgen Calenborn feuern Nico Mausch an

KREIS AHRWEILER. Bei der "Tour de Ahrtal" hatten die Zweiräder am autofreien Sonntag in der Eifel Vorrang. Extremsportler Nico Mausch startete zu einer 24-Stunden-Benefizaktion und fuhr die "Col de Lonn" 50 Mal rauf und runter.

Von Blankenheim bis Altenahr war am Sonntag im Ahrtal das Surren von Fahrradketten zu hören. Ein abwechslungsreiches Angebot auf und neben der Strecke sorgte dafür, dass Jung und Alt in großer Zahl den Weg an die Ahr fanden. Sportler konnten sich am Zeitfahren zwischen Lind und Ahrbrück auspowern. Wer lieber gemütlich in die Pedale treten wollte, der konnte sich an zahlreichen Stationen kulinarisch verwöhnen lassen. Und auch für Freunde der E-Mobilität war gesorgt.

Für einen Teilnehmer begann die „Tour de Ahrtal“ bereits am Samstagmittag. Extremsportler Nico Mausch startete um 13 Uhr, zunächst gemeinsam mit Radrennfahrer Christian Knees, zu einer 24-Stunden-Benefizaktion für den Verein „Leben mit Autismus“. Im Stile des Everestings ging es für ihn den „Col de Lonn“ herauf und herunter – insgesamt 50 Mal.

Nur für die Zeit des allgemeinen Bergfahrens am Sonntagmorgen wich der Bad Neuenahrer auf einen Rundkurs über Liers, Obliers und Hönningen aus. Auf die Frage hin, ob es sich dabei um eine Herausforderung handele, schmunzelte der Ausnahmeradler ein wenig: „Es ist ein gutes Training.“ Etwa zu der Zeit, als Mausch sein Fahrradlicht montierte und eine Warnweste für die Nachtfahrt anzog, konnten die eher touristisch orientierten Besucher im Tal ein besonderes Lichtereignis miterleben: Zur Musik der Band „Flutlicht“ gab es „Ahrfelsen in Flammen“ und ein großes Feuerwerk in Schuld.

Gerd Jajschick kam auf einem historischen Hochrad an die Ahr

In Ahrbrück begann der Sonntag in aller Frühe mit fünf prallgefüllten Bussen, die die Besucher zum offiziellen Start nach Blankenheim fuhren. Die Besucherzahl sei „besser als in den vergangenen Jahren“, so Thomas Winges von „Ahr-Eifel-Touren“, was besonders am optimalen Wetter läge.

Zeitgleich gab auch am anderen Ende der Strecke, in Altenahr, Eva Flügge den Startschuss für die Tour. Radbegeisterte konnten dort das historische Hochrad bestaunen, mit dem der Bad Honnefer Gerd Jajschick an die Ahr gekommen war. Ungefähr in der Mitte der Strecke, an der Hahnensteiner Mühle zwischen Dümpelfeld und Insul, begann der Veranstaltungstag spirituell. Pfarrer Michael Schaefer lud zur Freiluftmesse ein, die mit einer Rädersegnung ihren Abschluss fand.

Entlang des Ahrradwegs gab es zahlreiche Stationen, an denen müde Radfahrer ihre Waden ausruhen lassen, sich erfrischen und für die Weiterfahrt stärken konnten. Von Leckereien aus der Müscher Lachsräucherei Sion über Blasmusik in Antweiler bis zur Hüpfburg in Fuchshofen blieb kein Wunsch unerfüllt. Höhepunkt der E-Mobilität an der Strecke waren die kostenlosen Segway-Schnuppertouren, die interessierte Besucher am Nachmittag in Liers durchführen konnten.