Winterwanderung über den Rotweinwanderweg von Ahrweiler nach Dernau

Hoch überm Tal durch die Wingerte

Wandern auf dem Rotweinwanderweg hoch über Ahrweiler. Im Vordergrund: Das Weltjugendtagskreuz.

Wandern auf dem Rotweinwanderweg hoch über Ahrweiler. Im Vordergrund: Das Weltjugendtagskreuz.

KREIS AHRWEILER. Der Rotweinwanderweg zählt nach wie vor zu einer der beliebtesten Routen Deutschlands. Er bildet gerade auch im Winter ein attraktives Ausflugsziel.

Der Abschnitt von Ahrweiler nach Dernau bietet neben atemberaubenden Aussichten eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Hinter dem Ahrweiler Bahnhof überquert man über eine Fußgängerbrücke die B 267 und gelangt über eine Treppe auf den Rotweinwanderweg. Mit einer 180-Grad-Kehre geht es nach rechts hinauf bis zu einer Kreuzung, die scharf links zur Spitze des Forstberges führt. Dort genießt der Wanderer einen traumhaften Blick auf Ahrweiler.

Bald trifft der Rotweinwanderweg auf die Elligstraße, der man nach rechts folgt. Von dort aus führt der Weg einige Meter an der parallel verlaufenden alten Bahntrasse entlang, bis nach zwei Linksschwenks eine Bahnunterführung passiert wird, um anschließend dem Bahndamm zu folgen und die 1995 von der Winzer- und Weinbruderschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler errichtete Winzerkapelle St. Urban zu erreichen. Nur wenige Schritte von der Winzerkapelle entfernt steht das "Ahrweiler Weltjugendtagskreuz". Das 3,80 Meter hohe Holzkreuz wurde im Juni 2005 dort errichtet und ist dem "echten" Weltjugendtagskreuz nachempfunden, das im Mai 2004 in Ahrweiler Station gemacht hatte.

Von der Weinbergskapelle aus sieht man bereits drei riesige, aus dem Adenbachtal herausragende, Brückenpfeiler. Sie sind die Überreste einer zur Zeit des Deutschen Kaiserreiches geplanten "Strategischen Eisenbahnlinie". An die "Unvollendete" erinnern bis heute insgesamt fünf Tunnel und fünf bis zu 40 Meter hohe Pfeiler. Zwei sind heute wesentlicher Bestandteil des "Seilparks Mittelrhein".

Durch den Wald geht es bis zu einer Gabelung und links bergab bis zu einer erneuten Abzweigung. Oberhalb Ahrweilers führt der Rotweinwanderweg zur Adenbachhütte. In Blickrichtung des Spielplatzes ist in etwa 50 Metern Entfernung rechts im Berg eine Tunneleinfahrt zu sehen. Dabei handelt es sich um den Silberbergtunnel, der seit Juli 2004 das "Museum Silberberg" bildet. Die Gedenkstätte erinnert an die letzten Kriegsjahre 1944/45, als dort etwa 2 500 Menschen Schutz vor Tieffliegerangriffen suchten.

An der Hütte führt der Rotweinwanderweg steil hinauf, bevor er in einen schmalen Pfad übergeht und rechts in ein Flachstück mündet.

An der Straße "Am Silberberg" gelangt man talwärts zur Römervilla. Das von einer markanten Holzkonstruktion umspannte Museum beherbergt eine 598 Quadratmeter große "Villa Rustica" aus dem 2. und 3. Jahrhundert.

Folgt man an der Straße "Am Silberberg" dem Rotweinwanderweg, führt er rechts und dann in einer Linksschleife zur Dokumentationsstätte Regierungsbunker. Von der Anlage, die aus einem Stollensystem von 19 Kilometern bestand, dient ein 200 Meter langes Teilstück seit 2007 als "Museum des Kalten Krieges".

Der Rotweinwanderweg führt weiter zum Hotel "Hohenzollern", bevor nach wenigen hundert Metern die Ausflugslokale Altenwegshof und Försters Wein-Terrassen erreicht sind. An den beiden folgenden Gabelungen gilt es, sich rechts zu halten, bevor auf abschüssigem Weg der Haupteingang des ehemaligen Regierungsbunkers passiert und die Klosterruine Marienthal erreicht ist.

Von der Klosterruine aus führt der Weg bergan über die Klosterstraße. Nach einer scharfen Richtungsänderung nach links geht es stetig steigend vorbei an Stützmauern, bis nach einem knappen Kilometer eine Biegung erreicht wird, die die Sicht auf Dernau freigibt. Der Rotweinwanderweg schwenkt zunächst im großen Bogen absteigend um Dernau herum, bevor er mit einem weiteren Schwenk unter der Brücke hindurch in die Bachstraße mündet. Sie stößt auf die Schmittmannstraße (B 267), auf der man rechts nach etwa 400 Metern zum Bahnhof gelangt, um mit der Bahn zum Start zurückzufahren.

 

Der Rotweinwanderweg auf einen Blick

Länge der Strecke: 10 Kilometer

Wanderdauer: 2,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Anreise: Mit dem Auto über die A 61 bis Ausfahrt Bad Neuenahr-Ahrweiler und über die L 84 zum Ahrweiler Bahnhof. Mit dem Zug: Aus Richtung Köln oder Koblenz mit dem Schnellzug bis Remagen. Dort steigt man in die Ahrtalbahn in Ahrweiler um. Einzeltickets von Dernau nach Ahrweiler kosten 2,90 Euro.

Einkehrmöglichkeiten am Weg: Altenwegshof (mittwochs bis montags ab 10.30 Uhr geöffnet), Försters Wein-Terrassen (freitags und samstags ab 10 und sonntags ab 9 Uhr geöffnet), Weingut Kloster Marienthal (täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet).