Aus der Telekom-Flotte

Hightech-Fahrzeuge am Peter-Joerres-Gymnasium

Seltene Gelegenheit: Schüler des Peter-Joerres-Gymnaasiums werfen einen Blick unter die Haube eines Benz-Wasserstoffautos, von dem es weltweit derzeit nur 200 Erprobungsfahrzeuge gibt.

Seltene Gelegenheit: Schüler des Peter-Joerres-Gymnaasiums werfen einen Blick unter die Haube eines Benz-Wasserstoffautos, von dem es weltweit derzeit nur 200 Erprobungsfahrzeuge gibt.

KREISSTADT. Vor dem Haupteingang des Peter-Joerres-Gymnasiums in Bad Neuenahr-Ahrweiler parkten am Dienstag Autos, die nicht alltäglich sind. Olga Nevaska hatte als Chefin der Telekom-Flotte Hightech pur vorfahren lassen.

„Fridays for Future“ – für den Klimaschutz gehen weltweit Schüler auf die Straße. Nicht so am Peter-Joerres-Gymnasium (PJG) in der Kreisstadt. Dort gab und gibt es Projekte, in denen sich Schüler gemeinsam mit Lehrern Gedanken zur Gegenwart und zur Zukunft des Planeten machen. Dies vor allem auch mit lokalen Bezügen. Das hat sich rumgesprochen. Vor allem ein Projekt, das Acht- bis Zwölftklässler gemeinsam mit Physik- und Chemielehrern in Sachen Mobilität gestartet haben. Dabei geht es konkret um das Verständnis, wie die verschiedenen Antriebsarten funktionieren, welche Vor- und Nachteile es gibt, welche Begrenzungen heute im Bereich Elektromobilität noch vorliegen und welche Auswirkungen ein Umdenken auf CO2 und andere Emissionen hat.

Damit das alles nicht nur Theorie bleibt, nutzte die Schule ihre Kontakte zur Telekom. So kam es, dass vor dem Haupteingang des PJG Autos parkten, die sonst so oft nicht zu sehen sind. Olga Nevaska hatte als Chefin der 24 000 Fahrzeuge umfassenden Telekom-Flotte von ihrem Team Hightech pur vorfahren lassen. Hingucker waren dabei ein nagelneuer mit Wasserstoff betriebener Benz, von dem es als Erprobungsfahrzeug weltweit nur 200 Stück gibt, und ein Tesla mit E-Antrieb, Baujahr 2015, der mal eben 115 000 Euro kostet. Einen Preis für den Wasserstoff-Benz gibt es noch nicht. „Unverkäuflich“, sagte Nevaska dem General-Anzeiger.

Die promovierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlerin brachte in einem Vortrag den Schülern die Telekom-Philosophie in Sachen Mobilität näher. „Es geht um Nachhaltigkeit“, sagte Nevaska und darum, „Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen“. Deshalb müsse auf alternative Antriebe gesetzt werden, je nach gewollter Reichweite. Aber auch auf effiziente Diesel: Dafür hatte das Telekom-Team auch einen Shuttle-Bus mitgebracht, der dann eingesetzt wird, wenn eine Kleingruppe dasselbe Ziel hat. „Nicht jeder muss selber fahren“, erklärte Nevaska, die aber auch weiß: „Stadt und Land sind verschieden, haben unterschiedliche Ansprüche.“

Das unterstrichen auch die Lehrer Michael Herkel und Sebastian Friedrich, die „schon froh sind, dass es mit den Schulbussen mittlerweile klappt“. Für sie ist es wichtig, den Schülern Hintergrundwissen zu vermitteln, „tief in die Materie einzugehen“. So wurde dann auch den Schülern schnell klar, dass Wasserstoff-Autos (Brennstoffzellen-Antrieb mit Elektromotor) zwar langstreckentauglich sind, es in ganz Deutschland aber kaum mehr Tankstellen gibt als normale Zapfsäulen im Kreis Ahrweiler.

„Das Wissen um solche Zusammenhänge ist zwar nicht so öffentlichkeitswirksam wie eine Demo, aber nachhaltiger“, begründeten die Lehrer.

Damit liefen sie bei Nevaska offene Türen ein. Denn die Managerin sieht die ganze Gesellschaft in der Pflicht: „Die Öffentlichkeit muss Vorschläge zur Zukunft der Mobilität machen und nicht auf den Staat warten.“ Und daher gelte es gerade für den ländlichen Raum passende Modelle zu konzipieren. Denn Verkehr in der Stadt lasse sich anders und einfacher gestalten als eben in der Eifel, wo ohne Auto fast nichts gehe.

Bleibt die Frage der Kosten. Denn neue Technik ist teuer. Car-Sharing sieht die Chefin der Telekom-Flotte da als einen Ansatz an. Fakt sei jedoch, dass es ohne einen deutlich besseren öffentlichen Personennahverkehr keine richtige Wende geben könne. Das Benutzen von E-Scootern statt zu Fuß zu gehen sei jedenfalls der falsche Weg. Finden auch die Schüler, von denen einige jedoch morgens mit dem SUV bis vor die Schule gebracht werden.