Wahltag im Kreis Ahrweiler

Goldjubiläum für ein Kuriosum

KREIS AHRWEILER. Die Bürger von Marienthal wählen in zwei Kommunen: in Bad Neuenahr-Ahrweiler und in Dernau. In allen Kommunen gestaltete sich im Vorfeld der Wahl die Suche nach ehrenamtlichen Wahlhelfern als schwierig.

Kommunalwahlen bedeuten Großkampftag für die Mitarbeiter der Rathäuser und die mehr als 2000 Wahlhelfer im Kreis Ahrweiler. Der General-Anzeiger hat sich in den Wahllokalen umgeschaut.

50 Jahre sind seit der rheinland-pfälzischen Gebietsreform vergangen. Goldjubiläum feiert daher im Kreis bei den Kommunalwahlen auch ein Kuriosum. Denn Marienthal gehört zu zwei Kommunen. Der westliche Teil des Dorfes gehört mit 52 Wahlberechtigten zu Dernau und damit zur Verbandsgemeinde Altenahr, der östliche Teil (41 Wahlberechtigte) zu Walporzheim und folglich zur Kreisstadt. Damit wählen die Bürger entweder den Ortsbürgermeister von Dernau oder den Ortsvorsteher von Walporzheim. Gleiches gilt für Ortsgemeinderat oder Ortsbeirat, Verbandsgemeinderat oder Stadtrat. Die entsprechenden Wahllokale sind in Dernau respektive in Walporzheim. Wobei Dernau eine rekordverdächtige Beteiligung an der Briefwahl meldete: 60 Prozent.

Premiere für Peter Diewald in der Kreisstadt: Der neue Erste Beigeordnete war mit Bürgermeister Guido Orthen auf Tour durch die Wahllokale. Dort dankten sie den Wahlhelfern für den Einsatz. Gab es in den Dörfern meist nur zwei Urnen (Europa- und Kommunalwahl) wurde in Bad Neuenahr-Ahrweiler den Wahlhelfern das Sortieren am Abend dadurch erleichtert, dass es für jeden Wahlgang von Europa bis zum Ortsvorsteher eine separate Urne gab.

„Wir ziehen das hier heute durch“, meinte Wahlhelfer Ralph Orth, der im Bad Neuenahrer Kurpark-Café eingesetzt war. Anders, als in anderen Wahllokalen, wo die Auszählung der Stimmen nach Mitternacht abgebrochen und auf den Morgen verschoben wurde, hatte man sich dort vorgenommen, alle Wahlvorgänge in einem Durchmarsch auszuzählen. Da es diesmal in der Kreisstadt neun Wahllokale mehr gab als sonst und zudem die Zahl der Briefwähler sehr hoch war, gestaltete sich der Auszählungsaufwand etwas komfortabler als bei früheren Wahlen.

Nicht nur in Bad Breisig, sondern in nahezu allen Kommunen war es indes schwierig, Wahlhelfer zu finden. In Bad Breisig wurde die Suche nach ehrenamtlichen Helfern durch den Umstand erschwert, dass am Wahltag auch Erstkommunion in Sankt Marien gefeiert wurde und viele Erwachsene durch die entsprechenden Familienfeiern nicht abkömmlich waren.

Rathaus-Büroleiterin Margit Schüller, die am Sonntag im 16-Stunden-Einsatz war, vermeldete auch für die Verbandsgemeinde eine hohe Anzahl von Briefwählern. 30 Prozent der Wahlberechtigten hatten so ihre Stimmen abgegeben. Jedes der 16 Wahllokale war mit drei PCs und Druckern ausstaffiert, pro Wahllokal waren elf Helfer mit den Auszählungen beschäftigt.