Jubiläumsjahr der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel

Geburtstagsbonus für 150 Jahre

KREIS AHRWEILER. Die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel zahlt eine Dividende von 6,5 Prozent. In der Bilanzsumme wird ein Rekordergebnis erzielt.

Mit einer positiven Nachricht für die mehr als 85 000 Mitglieder der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel startete am Donnerstag Vorstandschef Elmar Schmitz ins Jubiläumsjahr der vor 150 Jahren gegründeten Genossenschaft. Vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung im Frühjahr wirft die Genossenschaft eine Dividende von 6,5 Prozent auf die Anteile ihrer Mitglieder für das Jahr 2015 aus. „Wobei 1,5 Prozent eine Art Geburtstagsbonus sind“, machten Schmitz und seine Vorstandskollegen, Sascha Monschauer und Markus Müller, beim Bilanzgespräch klar.

Schmitz meldete ein bisheriges Rekordergebnis in der Bilanzsumme: 2,1 Milliarden Euro. Die Höhe der Kundeneinlagen beträgt 1,7 Milliarden Euro, die der Kundenkredite 1,6 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der Genossenschaftsbank erhöhte sich um zehn auf 204 Millionen Euro. Wobei Schmitz besonders die im vergangenen Jahr neu vergebenen Kredite in Höhe von 408 Millionen Euro hervorhob.

„Da machte sich der Trend zum Beton-Gold, also Immobilien, deutlich bemerkbar“, sagte Schmitz. Die erneut gute Bilanz führte der Chef von 447 Mitarbeitern auf ein einfaches Rezept zurück: „Wir machen Geschäfte, die wir können, mit Menschen, die wir kennen.“ Das entspreche dem Genossenschaftsgedanken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der übrigens bei der Gründung der Ur-Bank 1866 in Antweiler durch 48 Männer und eine Frau persönlich Pate gestanden hatte.

Seitdem gab es 72 Verschmelzungen bis zur heutigen Volksbank Rhein-Ahr-Eifel, die die Kreise Ahrweiler, Mayen-Koblenz und Vulkaneifel mit Hauptsitz in der Kreisstadt abdeckt und insgesamt 140 000 Kunden zählt. Vorbehaltlich der Zustimmung beider Vertreterversammlungen (jeweils 75 Pozent der Delegierten müssen dafür stimmen) ist für den Sommer die 73. Fusion geplant: mit der Volksbank Mittelrhein Weißenthurm, die eine Bilanzsumme von 190 Millionen Euro und sieben Geschäftsstellen aufweist. „Die Gespräche der Vorstände sind positiv verlaufen“, berichtete Schmitz. Die geplante Fusion diene auch der „Abrundung des Geschäftsgebietes“.

Der Chefbanker beklagte hingegen die immer größer werdende Regulatorik. Auch das sei für die Kollegen in Weißenthurm ausschlaggebend für die Fusion, denn „das sind Arbeit und Kosten, die kleineren Banken zu schaffen machen“. Für die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel bezifferte Schmitz die Kosten mit 1,1 Millionen Euro: „Das ist fast so viel, wie wir als Dividende ausschütten.“ Auch wenn Digitalisierung das künftige Bankgeschäft bestimme, soll die genossenschaftliche Identität gewahrt bleiben, warf Schmitz einen Blick voraus.

So soll demnächst eine „Analyse der digitalen Reife“ stattfinden. Ziel soll dann eine „dezentrale Bank in der Fläche mit multimedialem Zusatzkanal“ sein. Wobei Schmitz davon ausgeht, dass, wer ein Haus bauen will, auch dann noch den direkten Kontakt und die entsprechende Beratung suche.

Zum Jubiläumsjahr wurde eine aus sechs Säulen bestehende Wanderausstellung samt Broschüre konzipiert. Diese zeigen Einblicke in 150 Jahre Bankgeschichte von den Anfängen in Antweiler über die Wirren der Weltkriege, den ersten Bankcomputer bis zum Ereignis des Jahres 2015, als die Volksbank beim „Großen Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung, der als renommiertester Wirtschaftspreis Deutschlands gilt und alle Bankgruppen umfasst, zur „Bank des Jahres“ gekürt wurde.