Engagement in Walporzheim

Freundeskreis der Josefs-Kapelle gegründet

WALPORZHEIM. Neuer Verein im Weindorf startet gleich mit 44 Mitgliedern. Der Andrang zur Versammlung war groß.

Mathias Maxrath wurde zum ersten Vorsitzenden des Walporzheimer Kapellenvereins gewählt. Das ist 103 Jahre her. Damals wollte man in Walporzheim das kleine, anspruchslose Gotteshaus erweitern und gründete im Mai 1914 einen Verein, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Es folgten zwei Weltkriege und der Kapellenverein schlief irgendwann wieder ein.

Aktuell wird es für die Bevölkerung erneut Zeit, sich intensiv um das Gotteshaus mitten im Ort zu kümmern. Die Gründe liegen dieses Mal in den Ergebnissen der jüngsten Synode des Bistums Trier. Die beschloss „Riesenpfarreien“, 35 an der Zahl statt wie bisher 887. Und die Synode sagte klar: „Kirche lebt nur noch, wenn Gläubige aktiv mit anpacken.“ Die Gläubigen aber werden, ebenso wie die Priester, immer weniger. Die Folge: Die Strukturen müssen verändert werden. „Es braucht also Menschen, die sich mit ihrer Kirche und bei uns mit der Kapelle identifizieren und auch für den baulichen Unterhalt mit eintreten“, so Werner Schüller, der mit einem kleinen Team eine Versammlung mit dem Ziel der Gründung eines neuerlichen Kapellenvereins initiierte. Der soll den Namen „Freundeskreis der Kapelle Sankt Josef“ tragen.

Der Andrang zur Versammlung war groß, die Walporzheimer Schule gut gefüllt, als die Versammlung am Donnerstagabend begann. „Die Idee liegt völlig auf der Linie der Synode“, freute sich Dechant Jörg Meyrer in einem ersten Grußwort an die Versammlung über derart viel Anteilnahme. Dem künftigen Verein sagte er den gewünschten Spielraum für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen in dem Gotteshaus gerne zu.

Das Gründungsteam hatte vorab ganze Arbeit geleistet. So entschied man sich gegen einen eingetragenen Verein im zivilrechtlichen Sinne, sondern wird sich unter die Aufsicht des Bistums Trier begeben und damit ein Teil der Pfarrei Sankt Laurentius und später der Nachfolgepfarrei werden. Dieses Vorgehen erleichtert die Ausgabe von Spendenquittungen, der Verein selbst muss also nicht die steuerrechtlichen Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit erfüllen. Ein entsprechender Passus in der Satzung zur Bischöflichen Aufsicht erleichtert damit vor allem dem Kassierer die Arbeit.

Die bereits vorab mit dem Bistum abgeklärte Satzung wurde von der Versammlung noch einmal leicht modifiziert, in ihrer Aussage aber nicht wesentlich verändert. In der Folge unterzeichneten dann gleich 44 Anwesende einen Mitgliedsantrag. Sie wählten einen ersten Vorstand und mit Werner Schüller sozusagen den Nachfolger von Mathias Maxrath ins Amt des Vorsitzenden. Sein Vertreter ist Edgar Flohe. Dass dieser als einziges Vorstandsmitglied eine Gegenstimme erhielt – und zwar die seiner Frau – dürfte eher als Anekdote am Rande verstanden werden. Kassierer ist Harald Knieps, das Amt der Schriftführerin übernahm Andrea Wittkopf. Dieses Quartett hatte auch die Leitung des Gründungsteams gestellt.

Um die anstehenden Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilen zu können, wurde die laut Satzung mögliche Beisitzerzahl von zehn Personen vollends ausgeschöpft. Zu Beisitzern gewählt wurden Klaus Beu, Bert Flohe, Brigitte Beu, Ursula Knopp, Stefan Knieps, Inge Fenioux, Gabi Schimming, Doris Bier, Werner Gies und Ursula Läufer.

Ab sofort kann sich der Freundeskreis, wie der Verein sich nennt, seinen Aufgaben und seinem Zweck widmen. Der besagt unter anderem die Übernahme einer Patenschaft für die Kapelle Sankt Josef und damit verbunden die Förderung der Pflege, Unterhaltung und Betreuung des Gotteshauses sowie die Förderung und Durchführung von kirchlichen und kulturellen Veranstaltungen in und außerhalb der Kapelle sowie die Förderung der kirchlichen Gemeinschaft in Walporzheim. Mitglied werden kann übrigens jede natürliche oder juristische Person, die Konfession spielt keine Rolle.