Uferlichter in Bad Neuenahr

Feuershow und positive Bilanz der Veranstalter zum Finale

"Pyrozauberer" Michael Dieringer beim Finale der Uferlichter auf der Akropolis-Wiese im Kurpark.

BAD NEUENAHR. Bevor die "Uferlichter" verloschen, wurde es noch einmal ein bisschen heller im Bad Neuenahrer Kurpark. Eine Feuershow war angekündigt, und viele kamen in gespannter Erwartung.

"Ist das wohl so was wie ein Feuerwerk?", fragten sich einige. Nein, "Pyrozauberer" Michael Dieringer stand auf der Akropolis-Wiese in einem Kreis aus Flammen, drehte mit großen tiefen Schritten einen Feuerstab und ließ zwei Feuerkugeln gleichzeitig am Seil mal gleich-, mal wechselseitig und immer schneller rotieren. Dazu erklang Musik im Stil der Amazonas-Indianer. "Visionssuche", "Die Spirale" und "Wakantanka" (Der große Geist , oder: das, aus dem alles entsteht) hießen die Titel.

"Erde ist mein Körper, Wasser ist mein Blut, Luft ist mein Atem, Feuer meine Seele", lautete einer der Gesänge zum Trommelrhythmus aus den Lautsprechern. "Uferfeuer - im Kreis der Elemente hatte der 29-jährige Kreisstädter entsprechend seine Show genannt. Das Element Wasser spielte noch eine besondere Rolle: Wie schon bei der Eröffnung der "Uferlichter" regnete es. Wie vor vier Wochen hielt das aber niemanden ab, bei einem Spaziergang unterm Regenschirm, die Mischung aus Kunst, Kulinarik und Kultur im Kurpark und auf der Kurgartenbrücke zu genießen.

Zufrieden mit dem gesamten Verlauf der Uferlichter äußerte sich auch Christian Lersch, Vorsitzender des eigens für den weiteren Erhalt der Uferlichter gegründeten Vereins "Uferlichter Kultur": "Wir haben viele Highlights geschaffen. Es gab immer wieder Neues zu entdecken."

Der "Winterliche Jahrmarkt der Genüsse" in der Konzerthalle am ersten Uferlichter-Wochenende sei sehr gut angenommen worden, und die Uferlichter-Party sei eine "schöne neue Säule für die Veranstaltung" gewesen. Schließlich wolle man für jede Interessengruppe etwas bieten und immer wieder Anreize bieten, wiederzukommen.

Auch die Kunst als Rundlauf um die Akropolis-Wiese einzubinden und nicht eher in einem separaten Gang wie im Vorjahr habe sich bewährt. Über "manchmal alle zehn Minuten 20 neue Leute" freuten sich die Künstler der Gruppe Lumin-Art: "Und viele Besucher waren erstaunt über das hohe Niveau, das sie so auf einem Weihnachtsmarkt nicht erwarteten."

"2014 werden die Uferlichter wieder stattfinden", erklärte Lersch. Unmittelbar nach dem Treffen aller ehrenamtlichen Kräfte beim Helferabend sah er die elfte Auflage nicht gefährdet. "Wenn sie alle mitmachen, mach ich es nächstes Jahr gerne auch wieder. Sie sind unser Herzstück. Natürlich brauchen wir Geld, damit es leuchtet, aber auch Helfer, um hinzustellen, was beleuchtet werden kann."

Schon beim Sommercamp seien mehr als 40 Aktive dabei gewesen, und beim Aufbau rund 35 Helfer: "Jeder hilft wie er kann, manch einer kommt auch mal an einem Morgen für vier Stunden." Michaela Wolff, Vorsitzende des Arbeitskreises Bad Neuenahr, berichtete zudem von 110 Einsatzstunden, die Ehrenamtliche allein im Kinderzelt verrichtet hatte: "Noch ohne Vor- und Nachbereitung." Auch von Seiten der Stadt sah Lersch "unheimliche Unterstützung" für die Uferlichter: "Der Bürgermeister steht voll hinter uns."

Finanziell seien die Uferlichter durch Spenden dieses Jahr gut aufgestellt gewesen. Auch die Zahl der Fördermitglieder wachse stetig. Derzeit seien es 38, darunter Geschäftsleute, Hoteliers, Standbetreiber und auch einige wenige Privatpersonen. Für die Realisierung der Uferlichter sei ein Budget von rund 50.000 Euro aufzubringen, wobei Strom der teuerste Posten sei.

 Unterstützung durch noch mehr Gastronomen, die schließlich auch von den Uferlichtern profitierten, wünschte sich Standbetreiber Marc Lindem vom Weingut Sonnenberg und weniger Ballung sondern eine besserer Verteilung von Angebotsspektrum an (Heiß-)Getränken, gehobener und einfacher Gastronomie über das gesamte Uferlichter-Areal. Auch dürften es nicht zu viele Holzbuden werden, die Pagodenzelte seien prägendes Element der Uferlichter. Einig waren sich viele Standbetreiber, dass die "Uferlichter" einen gewissen Anspruch erfüllen und nicht zum einfachen Weihnachtsmarkt verkommen dürften.

"Es darf kein Rummel werden, wo die Leute zum Frikadellenessen hinkommen", sagte einer. Dass die Stände teils etwas weiter auseinander standen, fand er nicht schlimm: "Es nimmt die Hektik weg und die Leute verweilen eher und gehen langsamer", fand er. "Auch wenn noch ein paar Stände mehr, etwa mit Gestecken oder anderer Adventsware, gut gewesen wären."

Einige Besucher sowie Standbetreiber wünschten sich eine Öffnung der Stände nicht erst um 16 Uhr sondern früher. "In 2012 war die Resonanz auf die Öffnung ab 14 Uhr nicht so gut, aber wir werden für nächstes Jahr noch einmal mit den Standbetreibern sprechen", versprach Lersch. Für dieses Jahr soll die Kurgartenbrücke an Silvester noch geschmückt bleiben, vielleicht sogar beleuchtet.