Drei Worte des Friedens

Festkonzert in der Pfarrkirche in Ahrweiler

Der Laurentiuschor bei seinem Auftritt in der Ahrweiler Pfarrkirche.

Der Laurentiuschor bei seinem Auftritt in der Ahrweiler Pfarrkirche.

AHRWEILER. Mit mehr als 100 Akteuren gaben der Laurentiuschor und die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler ein vielfältiges Festkonzert in der Pfarrkirche.

Ungemütlich ist es draußen gewesen, nebelverhangen, dunkel, feucht und kühl. Noch verschlossen und ohne Schmuck gruppierten sich die Weihnachtsbuden auf dem Ahrweiler Marktplatz. Aus der Pfarrkirche, die sie umgeben, drang nicht nur Licht, sondern auch Musik, bei der es vielen Zuhörern warm ums Herz wurde. So viel Gefühl legten die mehr als 100 Akteure in ihre Interpretationen beim gemeinsamen Festkonzert des Chors der Laurentiuskirche und der Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Unter der musikalischen Leitung von Klaus-Dieter Holzberger und Richard Knipp erklangen bekannte und weniger bekannte, opulente und bewusst zurückgenommene, aufwühlende und ruhige Werke. Auf den schon feierlichen Orchesterauftakt mit John Blankens „Gelobet seist du, Jesus Christ“ folgten zwei weitere ganz unterschiedliche Lobpreisungen des Chors mit Robert Jones’ „Laudate dominum“ und Samuel Sebastian Wesleys „Leite mich Herr“. Das Orchester agierte vom Altarraum aus, der Chor stand auf der Empore.

So lauschten die Zuhörer in der voll besetzten Laurentiuskirche besonders intensiv den Sängern und tauchten ein in reich instrumentierte Interpretationen des Orchesters mit strahlenden Blechbläsern, dem gefälligen Ton der Holzblasinstrumente, donnernden Paukenschlägen und feierlichen Röhrenglocken. Selbst ein bisschen Abba passte ins Programm in Form des vielen wohl bis dato unbekannten Instrumentalstücks „The way old friends do“ aus der Feder der Abba-Männer Benny Anderson und Björn Ulvaeus, das auf einem schwedischen Volkslied basiert.

Zugabe zum Mitsingen

Die entrückende Klangschönheit von Christopher Tamblings eucharistischer Motette „Panis angelicus“ wich einem von gewaltiger Fülle und prächtiger Instrumentierung geprägten „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortniansky, dargeboten von der Musikvereinigung.

Was vor Festlichkeit strotzte wurde abgelöst von einem Blues und einem Slow Waltz aus der Suite für Orgel von Hans-Uwe Hielscher. Damit brachte Holzbergers Orgelspiel zwischen vielen jubelnden und einigen wenigen leidenden Passagen, Lichterglanz und Lobeshymnen eine Note von Leichtfüßigkeit, Lässigkeit und vielleicht auch entspannter Vorfreude auf den Advent in das Konzert.

Mit dem Vorsitzenden der Musikvereinigung, Frank Heuser, am Saxofon, gelang zudem das „Tryptyque für Saxofon und Orgel“ von Robert Jones. Es hielt Klagelaute bereit, bei denen zutage trat, warum das Saxofon als der menschlichen Stimme so ähnlich empfunden wird, und es bescherte auch ein fesselndes Zusammenspiel von ausnehmend drängender Rhythmik. Chor und Orgel vereinten sich darauf zum Jubelgesang von Colin Mawbys „Jubilate deo“ und zum mit dramatischem Ernst und eindringlicher Frömmigkeit gestalteten „Te deum laudamus“ des belgischen Komponisten Flor Peeters, indem sich die Stimmen kollektiv aufschwangen, aber auch mal ruhig deklamierten.

Darin, wie auch in Lukas Stollhofs Psalmmotette „Singet dem Herrn ein neues Lied“, sorgten Wechsel- und Zusammenklang von Männern und Frauen für besonderen Reiz. Bewegliche Stimmen erforderte Christopher Tamblings „Jubelt, jauchzet und singt“, in dem sich alle Erdenchöre zur pompösen Melodie zu einem farbigen, fröhlichen und zuweilen erhabenen Miteinander zusammenzutun schienen. Majestätisch war auch das Miteinander des Orchesters, das mit Roland Kernens Präludium und Choral „Nun danket alle Gott“ ein Ausrufezeichen setzte vor einem Konzertabschluss, der unter die Haut ging.

Dazu versammelten sich Instrumentalisten und Vokalisten gemeinsam im Altarraum. Wuchtig und ehrfürchtig zugleich realisierten sie eine Paraphrase über den Kanon „Dona nobis pacem“ von Thomas Doss. Drei Worte in vielen Facetten, die wie Bitte und Mahnung zugleich wirkten und mit einem lange gehaltenen Ton nachklangen: Schenke uns Frieden. Mit „Möge die Straße uns zusammenführen“ gab es außerdem noch eine Zugabe zum Mitsingen.