Verschönerung des Stadtbildes

Farbe statt Stadt-Grau

Ronny Wolf mit seinem Gestaltungsvorschlag für den Schaltkasten. Im Hintergrund tagt der Ortsbeirat.

Ronny Wolf mit seinem Gestaltungsvorschlag für den Schaltkasten. Im Hintergrund tagt der Ortsbeirat.

Wenn es um die Verschönerung des Stadtbildes geht, sollte eigentlich alles recht sein. Erst recht, wenn es auf Privatinitiative zurück geht und eine städtische Anlage dadurch vom Aschenputtel zur Prinzessin werden könnte. Das hat sich auch der Ahrweiler Ronny Wolf gedacht.

Vor seinem Haus an der Niederhutstraße steht seit Jahren ein hässlicher grauer Verteilerkasten. Kein schöner Anblick für die Touristen in der Fußgängerzone. Geht es nach Wolf, soll dieser bald in den Ahrweiler Farben Weiß-Rot erstrahlen und das alte Stadtwappen tragen. Nicht als "Malen nach Zahlen", sondern professionell auf seine Kosten ausgeführt, erklärte er dem Ortsbeirat am Dienstagabend.

Das Gremium signalisierte bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen "grundsätzliche Bereitschaft" sich für das Projekt bei der Stadt einzusetzen. Wobei Ortsvorsteher Peter Diewald einschränkte, dass es sich um eine Ausnahme handeln müsse, denn: "Wir wollen durch das Stadtbild wirken, nicht durch die Gestaltung". Die Stadt soll jetzt prüfen, ob der "Wappen-Kasten" mit ihrer Gestaltungssatzung im Einklang steht.

Juristisch korrekt, denn von der Stadt nicht geahndete Verstöße gibt es viele. Gerd Friedrichs (Grüne) brachte es auf den Punkt: "In anderen Städten ist so etwas üblich, und wenn der Kasten gestaltet wird, dann so." Schließlich sei die Zahl städtischer Schaltkästen nicht so hoch, dass mit einer Schwemme zu rechnen sei.

So ganz nebenbei: Ortsvorsteher Diewald gehörte vor genau 30 Jahren zu den erfolgreichen Kämpfern für die Fahne mit dem Ahrweiler Wappen, als der damalige Bürgermeister deren Verkauf wegen vermeintlicher hoheitsrechtlicher Ansprüche auf das Wappen verbieten wollte. Vergaloppiert - seitdem hängen die Fahnen erst recht.