Ein Jahr als Weinkönigin

Für den Ahrwein legte Julia Migend 20.000 Kilometer zurück

Für die Ahrweinkönigin Migend ist 2012 "wie im Flug" vergangen.

KREIS AHRWEILER. Sie vertrat ein Jahr lang den Wein ihrer Region - und scheute dafür nicht einmal die Reise ins Ausland. Nun geht ihre Amtszeit zu Ende - und die Ahrweinkönigin Julia Migend erinnert sich an die schönsten Momente.

Das Amtsjahr der Ahrweinkönigin Julia Migend neigt sich dem Ende zu. Anlässlich des Weinmarktes der Ahr wird am Freitag, 17. Mai, die neue Majestät geheim gewählt. Bevor sie die Krone an ihre Nachfolgerin weitergibt, lässt sie für den General-Anzeiger das vergangene Jahr, in dem sie alleine mit ihrem Auto rund 20.000 Kilometer zurücklegte, Revue passieren:

Das vergangene Jahr als Ahrweinkönigin ist "wie im Flug" vergangen. Doch bevor ich mich ganz verabschieden muss, möchte ich noch von meinen Eindrücken der zahlreichen Veranstaltungen und Terminen berichten. Für mich begann alles am 25. Mai 2012. Nach der Aufregung meines Lebens während der Fachbefragung am Nachmittag, hieß es einige Stunden später auf dem Ahrweiler Marktplatz doch tatsächlich: "Die neue Ahrweinkönigin heißt Julia Migend!"

Ab diesem Zeitpunkt war vor allem mein Kalender immer gut gefüllt. Doch bevor ich meinen ersten offiziellen Termin wahrnehmen durfte, wurde ich von meiner Heimatgemeinde Mayschoß mit einem tollen Empfang am Pfingstmontag überrascht, der mich tatsächlich fast sprachlos machte.

Mit der Ausschreibung des deutschen Weininstitutes, "Die schönsten Weinsichten Deutschlands", ging es für mich im Juni direkt spannend los, denn ich habe das Altenahrer Eck als schönste Weinsicht der Ahr enthüllen können.

Die Teilnahme am 1. Ahrathon, bei dem ich eine Teilstrecke abgewandert bin, dem Rheinland-Pfalz-Tag in Ingelheim, Ahrwein-Präsentationen in Köln und Münster und viele Einladungen von den Ahrwinzern haben mir viel Freude bereitet.

Der Juli hielt für mich eine Fahrt mit dem Weinbauversuchsring in die nahe gelegenen Weinanbaugebiete Rheinhessen und Mittelrhein bereit. Der Einladung bin ich sehr gerne gefolgt und zusammen mit vielen heimischen Winzern konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln, die mich in meinen vergangenen Monaten begleitet haben.

Meine größte Reise: Mit dem Flugzeug in die Ukraine

Meine wohl größte und längste Reise stand im September an. Mit dem Flugzeug ab Frankfurt ging es in die Ukraine. Der Besuch und die Eröffnung des 2. internationalen Weinfestes in Feodosia brachte mich auf die Halbinsel Krim am Schwarzen Meer. Neben landestypischen Weinen und kulinarischen Highlights wurde ich vor allem mit viel Gastfreundlichkeit empfangen.

Mein persönlicher Dolmetscher sorgte dafür, dass sich auch das Verständigungsproblem in Luft auflöste, denn Englisch half mir dort leider nicht weiter. Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen und einer völlig anderen Kultur im Gepäck, ging es wieder zurück nach Hause. Und ich stellte wieder einmal mehr fest, wie schön es doch zu Hause im Ahrtal ist!

Im Herbst ging es dann wirklich Schlag auf Schlag. Neben den umliegenden Weinfesten standen einige Herausforderungen in meinem Terminkalender, der nun immer voller wurde. Besuch der Investitions- und Strukturmesse in München, bei der ich für die "weichen Standortfaktoren" von Rheinland-Pfalz warb. Dabei standen natürlich die tolle Landschaft und die erstklassigen Weine im Mittelpunkt.

Bei RTL konnte ich mein ganzes Können unter Beweis stellen

Zusammen mit dem Moderator Holger Wienpahl hielten wir Weinseminare, die mit Weinen aus ganz Rheinland-Pfalz gespickt waren. Auf eine ganz andere Art und Weise aufregend war meine Fernseh-Premiere! Denn im traditionellen Traubenstampfen mit den Füßen hatte ich mich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht versucht. Doch in der Bülent Ceylan Show auf RTL musste ich dann mein ganzes Können unter Beweis stellen.

Nachdem ich über Weihnachten viel Zeit für meine Familie und Freunde hatte, hielt das neue Jahr 2013 direkt ein Highlight für mich bereit: Die Moderation der Gourmet & Wein Gala im Kurhaus Bad Neuenahr. Gemeinsam mit Alexander Kohnen vom International Wine Institute präsentierte ich erstklassige Weine und Speisen in besonderem Ambiente und durfte die Gäste durch den Abend führen. Weitere Moderationen wie der Zukunftspreis Heimat der Volksbank Rhein Ahr Eifel und auch der Burgunder-Abend im Weingut Kloster Marienthal folgten.

Ein Aufenthalt in Berlin, mit dem Besuch der Internationalen Grünen Woche, die Fahrt zur Intervitis Interfructa in Stuttgart mit der Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung des 61. Deutschen Weinbaukongresses, das Frühburgunder-Forum, der Tag der offenen Weinkeller und der Antrittsbesuch des deutschen Weintrios waren besonders einprägsame Erlebnisse für mich.

Während zahlreicher Sensorik-Abenden, Betriebsbesichtigungen, Rhetorik- und Weinseminaren erhielt ich die Chance, mich weiterzubilden. Der Endspurt führte mich zum Ball des Weines in Wiesbaden sowie zu "Wein im Schloss" in Koblenz.

Nun dürfen wir gespannt sein, wer meine Nachfolgerin wird.