Forderung nach Erhalt des Twin

"Es wird ein harter Weg"

Für den Erhalt des Hallen- und Freizeitbades Twin demonstrierten Kinder und Erwachsene gestern Abend vor dem Rathaus.

Für den Erhalt des Hallen- und Freizeitbades Twin demonstrierten Kinder und Erwachsene gestern Abend vor dem Rathaus.

KREISSTADT. "Total wichtig in Neuenahr" - ein Wortspiel mit den Anfangsbuchstaben des Hallen- und Freizeitbades Twin auf einem Plakat spiegelte wider, was gestern Abend am und im Rathaus der Kreisstadt die Gemüter bewegte. Rund 300 Bürger, darunter mehr als 50 Kinder, zeigten Flagge unter dem Motto "Rettet das Twin".

Auch im Ratssaal, was nach Unmuts- und Beifallsbekundungen eine von Bürgermeister Guido Orthen verhängte Sitzungsunterbrechung nach sich zog.

Dabei war es Orthen, der in der vergangenen Woche ein neues Mischen der Karten beim Thema Twin-Sanierung oder Neubau ins Gespräch gebracht hatte. Das hatten zuvor die zuständigen Ausschüsse gemeinsam angeregt.

Dieser Anregung folgte der Rat gestern Abend. Neue Zahlen zur Sanierung sollen her und dann mit den Zahlen eines Neubaus verglichen werden. An einem Tisch mit den Bürgern, denn ein mehrstufiges Beteiligungsverfahren, wie es Wolfgang Schlagwein von den Grünen angeregt hatte, fand Gegenliebe. Dieses unter professioneller Moderation mit allen Zahlen, Fakten, Gutachten und notfalls nachzufordernden Daten. Dann werde beraten und in der zweiten Phase beschlossen.

Orthen kann sich "sogar sehr gut vorstellen", die Bürger wie in einer Briefwahl über die Möglichkeiten - Neubau oder Twin-Sanierung - abstimmen zu lassen, "wenn beide Optionen mit allen Vor- und Nachteilen dargestellt sind". Dafür müssten allerdings auch die potenziellen Ausstattungsmerkmale eines Hallenbad-Neubaus mit Sprungturm, Rutsche, Kinderaußenbecken und Beachvolleyballanlage mitgerechnet werden. Dann käme ein Neubau auf etwa elf Millionen Euro.

Dass Sanierung oder Neubau nur funktioniere, wenn sich Kreis und Land beteiligen, hatte nicht nur Orthen klar gemacht. Christoph Kniel (CDU) kann sich vorstellen, dass das Land bei neuen Zahlen auch für eine Sanierung Geld geben könnte. Das war vor drei Jahren abgelehnt worden.

Er sprach aber auch, wie Hans Boes (FWG) die mögliche Beteiligung von Nachbarkommunen an. Fritz Langenhorst (SPD) sieht "der öffentlichen Beteiligung mit Interesse entgegen", unterstrich aber auch, dass das Twin "deutliche Verschleißspuren zeigt". Hellmut Meinhof (FDP) ergänzte die Bad-Diskussion um eine weitere Alternative: "Wenn wir nun ergebnisoffen diskutieren wollen, bitte ich zu prüfen, ob auch ein Hallenbad-Neubau direkt neben dem Ahrweiler Freibad möglich ist, und zwar an der Stelle des bisherigen Wohnmobil-Hafens."

Wolfgang Huste (Linke) erklärte derweil, dass er nur von maximal fünf Millionen Euro statt der von Orthen genannten acht Millionen Euro Sanierungskosten für das Twin ausgehe und bekannte sich zur Bürgerinitiative. Jürgen Lorenz (WG Jakobs) lobte die Wende und forderte gleichzeitig: "Nehmt die Einwohner mit." Volker Remshagen hatte als Sprecher der Initiative schon vor dem Rat erklärt: "Wir sind jetzt hoffnungsvoller. Bei dem neuen Anlauf würden wir gerne dabei sein. Es ist Bewegung da, aber es wird ein harter Weg."