Schulen am Calvarienberg

"Es gibt keinen Plan B"

AHRWEILER. Die Ursulinen planen die Zukunft ihrer beiden anerkannten Privat-Schulen auf dem Ahrweiler Calvarienberg. Denn es ist trotz der schrittweisen Schließung des Internates zum Ende des Schuljahres 2015/2016 der ausdrückliche Wunsch der Ordensleitung, das Gymnasium und die Realschule sowie das Tagesinternat mit Hausaufgabenbetreuung fortzuführen.

Weil aber die wirtschaftliche Entwicklung und die Altersstruktur der 28 Schwestern - das Durchschnittsalter liegt bei 75 Jahren - den Orden an seine finanziellen und personellen Grenzen stoßen lassen, wird es künftig eine andere Trägerstruktur geben. "Um die Schulen in eine sichere Zukunft zu führen, planen wir eine kirchliche Trägerstiftung. Das praktiziert unsere Ursulinenschule in Aachen seit Jahresbeginn und hat Erfolg damit", gibt sich Generaloberin Maria Monheim sehr zuversichtlich, das Jahres-Manko von mindestens 200.000 Euro über Freunde, Förderer, Ehemalige und andere Sponsoren beseitigen zu können.

Um über die Neuerungen zu berichten, standen ihr Schulreferentin Schwester Veritas Albers, Generalprokuratorin Schwester Irmgard Carduck und der Kaufmännische Leiter der Schulen, Hans-Jürgen Gross, zur Seite. "Die Einnahmen der Gemeinschaft sind extrem zurückgegangen und die Ausgaben drastisch gestiegen", so Schwester Irmgard. Hätten noch vor 50 Jahren rund 100 Schwestern weitgehend autark die Arbeit in Kloster und Schulen gemeistert - vom Küchendienst, Verwaltung, über die Besetzung des Blandine-Merten-Archivs, als Erzieherinnen im Internat bis hin zu Lehrerinnen und gar Schulleiterin -, kippten die Zahlen durch die Anstellung von immer mehr Personal um.

Immerhin werden heute die 827 Gymnasiasten von 60, die 437 Realschülerinnen von 35 Lehrern unterrichtet. Die verbeamteten Lehrer werden laut dem rheinland-pfälzischen Privatschulgesetz vom Land bezahlt, doch die angestellten Lehrer zum Teil vom Land, zum Teil vom Träger. Das Bistum zahle lediglich einen kleinen Sachkosten-Zuschuss. Fürs Internat, das seine Pforten schließen wird, muss der Träger ohnehin ganz allein aufkommen, ebenso wie für Sekretärinnen, Hausmeister und Putzpersonal. "Es gibt weder öffentliche Finanzhilfen vom Land oder der Kommune noch regelmäßige Zuschüsse vom Bistum", erklärt Schwester Veritas.

Die Gründung der Stiftung tragen das Generalkapitel der Ursulinenkongregation und der Generalrat als höchste Autoritäten des Ordens voll mit. Der Orden betreibt neben den beiden Schulen in Ahrweiler und dem Gymnasium in Aachen noch ein Gymnasium in Krefeld und eine Realschule in Trier. "Die positive Erfahrungen aus Aachen machen Mut. Wir möchten auch weiterhin sicherstellen, dass die Schulen im Geist der Ursulinen geführt werden, orientiert am bestehenden Profil und Leitbild", widerspricht die Generaloberin auch allen Verstaatlichungs-Gerüchten.

Nach den Sommerferien, also Anfang September, geht es in die Realisierungsphase. "Wir werden dank der Hilfe unserer engagierten Lehrerin Annette Gies einen Kreis von Freunden, Förderern und Ehemaligen gründen, die dann dauerhaft oder punktuell unterstützen können", so Schwester Veritas. In den Fonds oder die Stiftung geben die Schwestern alles rein, was sie haben, um eine solide Basis zu garantieren: Grundstücke, Gebäude, Inventar. Zusätzlich wird die sogenannte Ökonomie verkauft, das sind die Wirtschafts- und Landwirtschaftsgebäude, die Scheune und früheren Stallungen. Dieses frei werdende Gelände kann dann durch den Erwerb von Investoren - nach einer Änderung des Bebauungsplanes - zur Wohnbebauung mit mehreren Einfamilienhäusern genutzt werden.

"Das ist die Lösung, die wir anstreben, um hier alles zu sichern, damit Schüler, Eltern und Lehrer über viele Jahre, die wir nicht mehr erleben werden, keine Veränderung spüren", ergänzt Gross. "Das ist Plan A, der wird funktionieren, einen Plan B gibt es nicht", so Schwester Maria Monheim, die wie ihre Mitstreiter auf eine breite Unterstützung und Hilfe hoffen, um die Schulstiftung mit dem erforderlichen Kapital ausstatten zu können.