Weitere Stolpersteine in Ahrweiler

Erstmals Platzhaltersteine für überlebende Angehörige

Gunter Demnig verlegt Stolpersteine.

Gunter Demnig verlegt Stolpersteine.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bürger von Bad Neuenahr-Ahrweiler haben wieder die Patenschaften übernommen. Erstmals Plaketten für Überlebende.

Es werden weiter Stolpersteine in Bad Neuenahr-Ahrweiler verlegt: Am Mittwoch, 12. November, legt der Kölner Künstler und Projektinitiator Gunter Demnig 20 weitere kleine Mahnmale aus Messing vor die Haustüren von durch Nazis deportierten ehemaligen jüdischen Mitbürgern. Die Aktion im Stadtteil Ahrweiler beginnt um 9.30 Uhr mit einem Empfang des Bürgermeisters in der ehemaligen Synagoge, Altenbaustraße 12a. Hierzu sowie zur anschließenden Verlegung sind interessierte Bürger eingeladen, teilt die Stadtverwaltung mit.

Um 10 Uhr wird Demnig vor dem Haus Oberhutstraße 31 zunächst zwei Stolpersteine für die jüdische Familie Recha und Wilhelm Levy verlegen. Danach wird an den Adressen Plätzerstraße 43 und 40 an Mutter und Tochter Gärtner sowie die Familie Isidor Levy erinnert. Letzte Station ist gegen 11.20 Uhr das Haus Kanonenwall 46. Hier werden insgesamt zehn Stolpersteine für die Familie Alexander und Regina Gottschalk eingesetzt.

Zum ersten Mal werden zugleich mit den Stolpersteinen für die im Zuge der Deportationen zu Tode gekommenen jüdischen Familien auch Platzhaltersteine für überlebende Angehörige verlegt. Diese können in Absprache mit den noch lebenden Familienangehörigen später mit Namen versehen werden. Ziel ist es, so Gunter Demnig, den Opfern nicht nur ihre Identität zurückzugeben, sondern auch die Familien wieder zusammenzuführen.

Wie in den beiden Jahren zuvor war die Übernahme der Stolperstein-Patenschaften laut Stadtverwaltung kein Problem. Für die diesjährige Verlegung hatten sich wieder zahlreiche Bürger aus dem Stadtgebiet und darüber hinaus für die Übernahme einer Patenschaft gemeldet, so dass die Finanzierung aller Steine für Ahrweiler bereits Anfang des Jahres gesichert war, teilte die Verwaltung mit.

An der Aktion beteiligen sich auch die Schulen aus dem Stadtgebiet wieder. Schüler der Grundschule Ahrweiler, der Berufsbildenden Schule des Kreises Ahrweiler und des Gymnasiums Calvarienberg werden die Namen der betroffenen Familienangehörigen verlesen.