Zwischenbilanz zur Ernte

Erdbeeren in Ahrweiler verfaulen auf dem Feld

Die Erdbeerernte im Freilandanbau ist auf der Grafschaft so gut wie abgeschlossen.

Die Erdbeerernte im Freilandanbau ist auf der Grafschaft so gut wie abgeschlossen.

KREIS AHRWEILER. Viele Erdbeeren sind in dieser Saison auf dem Feld verfault - weil sie infolge der Hitze zu schnell gereift sind und weil es nicht genug Erntehelfer gab. Das beklagt der Bauern- und Winzerverband im Kreis Ahrweiler.

Der trockene, heiße Mai in diesem Jahr hat den Landwirten einiges abverlangt, aber, wie es ausschaut, sind die Aussichten insgesamt gut. So ist die Erdbeerernte im Freiland weitgehend abgeschlossen, 14 Tage früher als im Durchschnitt. „Die Hitze hat die Reife extrem beschleunigt“, berichtet der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes im Kreis Ahrweiler, Franz-Josef Schäfer aus Eckendorf. Das habe allerdings einen Preisverfall zur Folge gehabt. Erschwerend sei hinzugekommen, dass nicht genug Erntehelfer da waren, sodass ein Großteil der Beeren auf dem Feld verfault sei.

„Im Rahmen“ sieht Schäfer dagegen die Entwicklung der neuen Erdbeerkulturen, das sind die im Frühjahr frisch gesetzten Pflanzen. Sie werden bald erste Früchte bringen. Mit guten Ergebnissen würden derzeit Johannisbeeren und Stachelbeeren gepflückt und die Himbeerernte beginne, sagt Schäfer. Diesen Beeren-Kulturen seien die kühleren Tage im Juni zugutegekommen. „Da ist man nicht so unter Druck mit der Ernte.“

Nach dem Frost im vergangenen Jahr während der Apfelblüte und einem in Folge nur äußerst geringen Ertrag schlägt das Pendel diesmal offenbar in die andere Richtung: Die Bäume haben stark geblüht und einen üppigen Behang angesetzt, sodass teilweise ausgedünnt werden musste.

Kirschessigfliegen legen ihre Eier

Gute Ergebnisse gibt’s diesmal bei den Kirschen, die sich auch im Freiland gut entwickeln konnten, da die reifenden Früchte nicht durch Regen geschädigt wurden und nicht geplatzt sind. Absatzprobleme haben die Bauern laut Schäfer hier allerdings durch billige Importe. Bei aller freudigen Entwicklung lauern auch die Schädlinge. So zeigen Beobachtungen in Schäfers Folientunneln mit Erdbeeren, dass sich zurzeit die Population der Kirschessigfliege aufbaut, aus Asien eingeschleppte Schädlinge, die die reifen Früchte zunichtemachen können. „Sie sind in den Startlöchern“, sagt Schäfer. Sein Rat: schnell ernten.

Kirschessigfliegen bevorzugen rotes Obst und legen darin ihre Eier ab. Die Maden fressen sich am Fruchtfleisch satt, der Rest verfault. So früh wie noch nie ist die Wintergerste erntereif und kann laut Schäfer bereits in dieser Woche geschnitten werden. Insgesamt stünden die Getreidekulturen gut da. Und die Rüben: Auch sie sehen gut aus. Sie können ohnehin vieles wegstecken, sie wurzeln tief und haben Zeit bis Oktober.

Um den Weinjahrgang 2018 sieht es nach jetzigem Stand der Dinge bestens aus. „Wir sind etwa drei Wochen voraus, der Traubenschluss, der sonst Mitte Juli stattfindet, ist schon im Gange“, berichtet Weinbaupräsident Hubert Pauly. Folglich könnte die Lese mit Frühburgunder und Ortega schon Ende August beginnen.

"Zufriedenstellenden Herbst"

Entsprechend früher hätten auch die spät reifenden Sorten wie Spätburgunder und Riesling ihre physiologische Reife erreicht und könnten eingebracht werden. Nicht zu heiß, so zwischen 20 und 30 Grad, und nicht zu viel Regen wäre laut Pauly das ideale Wetter für den Wein in den kommenden Monaten – und nur keinen Hagel. „So glücklich und so kraftvoll wie dieses Jahr habe ich die Entwicklung noch nicht erlebt, wir sind von allem verschont worden, wir hatten kein Unwetter und keinen Hagel“, freut sich der Winzer.

Wenn auch das schnelle Wachstum der Reben ihm und seinen Kollegen viel Laubarbeit abverlangt hat. Pauly rechnet „mit einem zufriedenstellenden Herbst und einer frühen Ernte mit voraussichtlich guter Qualität“.