„Sie sind der Kitt der Gesellschaft“

Engagierte Bürger erhalten in Bad Neuenahr die Ehrennadel des Landes

Feierstunde im Kreishaus (von links): Alfred Reichelt, Rita Lauter, Franz-Josef Liers, Albert Mertens, Jürgen Pföhler und Klaus Huse.

Feierstunde im Kreishaus (von links): Alfred Reichelt, Rita Lauter, Franz-Josef Liers, Albert Mertens, Jürgen Pföhler und Klaus Huse.

AHRWEILER. Ihr großes ehrenamtliches Engagement oft über Jahrzehnte hinweg war es Landrat Jürgen Pföhler wert, am Mittwochabend fünf Bürgern im Namen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Kreishaus die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz zu überreichen.

Rita Lauter nennt ein Lästerbänkchen und ein Schlafstübchen ihr eigen. Das eine zum „Verzällchehalten“, das andere als urige Privatpension – beides in „ihrer“ Ahrweiler Oberhut. Ihre Lieblingsfarben sind Weiß und Rot: die Farben der Ahrweiler KG, der sie seit Jahrzehnten angehört und deren Prinzessin sie vor fünf Jahren war.

Doch ob Karneval, der Kirchenchor Sankt Laurentius, der Förderverein für Archäologie, die Hutengemeinschaft Sankt Ursula, der Ortsbeirat oder der Vorstand der CDU-Senioren-Union: Wo und wann immer Rita Lauter gebraucht wird, ist das „Ahrweiler Mädchen“ zur Stelle. Für sich und ihre „Mitstreiter“ brachte Lauter die Selbstverständlichkeit des Ehrenamtes auf den Punkt: „Das mache ich gerne, das ist normal und kommt von Herzen.“

Das belohnten die Bürgermeister und Beigeordneten, die mit ihrer Anwesenheit die Bedeutung der Auszeichnung unterstrichen, mit großem Beifall. Vier kommunalpolitische Urgesteine, davon allein drei aus der Grafschaft, zeichnete Pföhler ebenfalls aus: „Ohne Menschen wie Sie kommt unsere Gesellschaft nicht mehr aus. Sie sind ihr Kitt. Kommunalpolitik ist immer auch gelebte Heimatliebe.“

Klaus Huse: Seit 13 Jahren übt er das Amt des Birresdorfer Ortsvorstehers aus und ist Fraktionsvorsitzender der Grafschafter CDU. In diese Zeit fiel nicht nur das 900-jährige Bestehen des Ortes, sondern auch die Realisierung des Dorfgemeinschaftshauses „mit der schönsten Theke im ganzen Kreis“, so Pföhler. Aus einem landwirtschaftlichen Gebäude wurde ein attraktiver Ort der Begegnung. Gemeinde und Kreis kämpften gemeinsam, damit dieses landesweit einmalige Projekt mit 500 000 Euro vom Land gefördert werden konnte. „Das war eine strategische Meisterleistung“, bedankte sich Huse auch noch einmal in Richtung Bürgermeister Achim Juchem.

Franz-Josef Liers: Mehr als 20 Jahre setzt sich der Gelsdorfer für die Belange seiner Mitbürger ein: rund acht Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher, als Vorstandsvorsitzender des Maschinen- und Betriebshilferings Rhein-Ahr-Eifel, als Mitglied der Feuerwehr seit 54 Jahren sowie beim Tambour- und Fanfarencorps und beim Festausschuss. Liers ist Gründungsmitglied des Fördervereins „Freiwillige Feuerwehr und Tambourcorps“, der heute mehr als 140 Mitglieder hat.

Albert Mertens: Der Mann aus Karweiler kennt sich in der Ahrweiler Kreisverwaltung gut aus, war er doch 15 Jahre Vorsitzender des Personalrates. Seit fast 20 Jahren bekleidet er das Amt des Ortsvorstehers, ist fast genauso lange Mitglied der CDU-Fraktion im Gemeinderat und war fünf Jahre Beigeordneter der Grafschaft. Stets lagen ihm die Belange der Senioren besonders am Herzen. Wichtig war und ist ihm die Nutzung der „Alten Schule“ als Dorfgemeinschaftshaus.

Alfred Reichelt: Der Mann aus Wassenach ist nicht nur seit mehr als 30 Jahren Mitglied des Ortsgemeinderates, sondern war auch sechs Jahre Erster Beigeordneter und übte fast ein Jahrzehnt das Amt des Ortsbürgermeisters aus. Zwei seiner vielen umgesetzten Projekte waren der Bau der Klieburghalle und der Kita „Pusteblume“. Auch saß Reichelt für die SPD im Verbandsgemeinderat, um die Belange aller Menschen im Brohltal im Blick zu haben. Durch seine Leidenschaft zum Segeln und die Nähe zum Laacher See ist ihm die Kinder- und Jugendarbeit im „Segelclub Laacher See Mayen“ ganz besonders wichtig.