Erneuerbare Energien in Ahrweiler

Energiewende schreitet voran

Im Kreis Ahrweiler setzt man auf Solarenergie.

Im Kreis Ahrweiler setzt man auf Solarenergie.

KREIS AHRWEILER. Zu 100 Prozent will der Landkreis Ahrweiler den Stromverbrauch bis zum Jahre 2030 bilanziell aus erneuerbaren Energien decken. So jedenfalls sieht es ein Beschluss des Kreistages vor, der vor zwei Jahren gefasst wurde. Landrat Jürgen Pföhler legte nun im Kreisausschuss einen Statusbericht vor.

"Wir haben noch eine lange Wegstrecke vor uns", bilanzierte er. Zahlreiche Maßnahmen würden jedoch langsam aber sicher greifen. Noch 2012 hatte der Kreis Ahrweiler bei der geförderten Stromeinspeisung aus erneuerbarer Energie nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz im Ranking der Landkreise auf dem letzten Platz gelegen. Dies deshalb, weil man aus gutem Grund zurückhaltend beim Einsatz von Windenergie ist. Außerdem: Im Gegensatz zu anderen Regionen hat der Kreis viele Restriktionen zu beachten. Beispielsweise den Landschaftsschutz. 94 Prozent des Kreisgebietes stehen unter Schutz.

Wenngleich der Landkreis auch nicht die großen Rahmenbedingungen der EU, des Bundes und des Landes beeinflussen könne, so sei er doch in der Lage, "wichtige Beiträge zu leisten", sagte Pföhler.

So gebe es eine Reihe von Baumaßnahmen an den kreiseigenen Gebäuden, insbesondere den Schulen, etwa neue, ökologisch arbeitende Heizungsanlagen, energetische Sanierungen von Fenstern und Außenwänden oder stromsparende Beleuchtungen von Sporthallen, die den Energieverbrauch absenken würden.

Pföhler nannte Beispiele: "Das Solarstromprojekt hat 2005 die Dächer von zehn kreiseigenen Schulen und des Kreishauses mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die Anlagen produzieren jährlich rund 600.000 Kilowattstunden Strom aus Sonne. Damit lassen sich 170 Privathaushalte mit Strom versorgen." Seit dem Start habe das Solarstromprojekt 5,1 Millionen Kilowattstunden produziert und damit eine Einspeisevergütung von 2,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Pföhler: "In der gleichen Zeit haben die Kreisschulen und das Kreisverwaltungsgebäude 13,9 Millionen Kilowattstunden verbraucht. Bilanziell hat der Kreis damit rund ein Drittel seines Strombedarfs selbst regenerativ erzeugt." Inzwischen würden alle kreiseigenen Liegenschaften mit Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft versorgt. "Damit haben sich die CO2-Emissionen um 1000 Tonnen pro Jahr verringert (minus 37 Prozent)", zeigte sich der Landrat zufrieden.

Im gesamten Kreis sei die jährliche Stromproduktion aus regenerativen Quellen von rund 8000 Megawattstunden in 2007 auf 56.500 Megawattstunden in 2013 gestiegen.

Einen großen Fortschritt gebe es beim Projekt "EnAHRgie", wie der Landrat weiter berichtete. Das Forschungsprojekt untersuche mit wissenschaftlicher Begleitung, ob und unter welchen Bedingungen erneuerbare Energien - vor allem Windkraft, Solar, Biomasse und Wasserkraft - eingesetzt werden können. "Die Förderung ist auf einem gutem Weg", sagte Pföhler im Kreisausschuss. Wenn der Zuschuss bewilligt sei, laufe die Finanzierung fast vollständig über Mittel des Bundesforschungsministeriums. Hinter der Abkürzung "EnAHRgie" steht der Titel des Bundesprojekts "Nachhaltige Gestaltung der Landnutzung und Energieversorgung auf kommunaler Ebene - Umsetzung für die Modellregion Kreis Ahrweiler".