Statusbericht im Umweltausschuss

Energie-Projekt soll umgesetzt werden

KREIS AHRWEILER. Die Europäische Akademie in Ahrweiler will mit einer entsprechenden Förderung des Bundes für den Kreis Ahrweiler das Modellprojekt EnAHRgie umsetzen.

Am Beispiel des Kreises Ahrweiler soll ein Gesamtkonzept für eine nachhaltige Energieversorgung entwickelt werden. "Bestandteil des Projektes ist die intensive Beteiligung relevanter regionaler Energieversorger, Gemeinden und Bürger", sagte Landrat Jürgen Pföhler jetzt in der Sitzung des Kreis- und Umweltausschusses.

Auch stellte er den aktuellen Statusbericht 100 Prozent-Erneuerbare-Energie-Region vor. Danach stammt immer mehr Strom im Kreis Ahrweiler aus Erneuerbaren Energien. Der Anteil hat sich 2012 auf fast zehn Prozent erhöht.

Der Ahrweiler Kreistag hat im Juni 2011 beschlossen, den Stromverbrauch im Kreis Ahrweiler bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken zu wollen. Landrat Jürgen Pföhler vor dem Ausschuss: "Diesem Ziel sind wir einen guten Schritt nähergekommen. Das zeigt, dass die vielen Maßnahmen und Projekte von Privaten, Kommunen und Kreis zu wirken beginnen. Jetzt zahlt sich auch aus, dass wir im Kreis Ahrweiler in vielen Bereichen bereits vor Fukushima angefangen haben."

Im Ausschuss verwies Pföhler auf deutliche Zuwächse in einzelnen Bereichen: bei der Solarenergie 700 Prozent in sechs Jahren, bei der Biomasse 460 Prozent im selben Zeitraum.

Dennoch seien in den kommenden Jahren noch erhebliche Anstrengungen notwendig. Dem Kreis komme dabei in erster Linie eine Vorbild- und Vorreiterfunktion zu.

Dessen Erfolge könnten sich sehen lassen: Mit Projekten wie der Passivhaus-Erweiterung des Are-Gymnasiums, der energetischen Sanierung von Schulgebäuden oder der Hackschnitzelheizung beim Abfallwirtschaftszentrum "Auf dem Scheid" in Niederzissen zeigten sich klare Energieeinsparungen.

Allein durch die Umstellung des Strombezugs für alle Kreisliegenschaften auf Ökostrom ließen sich jährlich 1165 Tonnen CO2 einsparen, rechnete Pföhler vor.

Weiter sagte er dem Gremium: "Die Energiewende ist eines der wirklich zentralen Zukunftsthemen. Ein solches Vorhaben kann nicht einfach einseitig von oben angeordnet werden." Vielmehr müsse die Energiewende von Bürgern, Unternehmen und Kommunen aufgebaut und mitgetragen werden.

Nur eine tatsächlich systemische Vorgehensweise könne letztendlich zum Erfolg führen. Wichtig sei, dass auf lokaler Ebene mit lokalen Praktikern und vor allem mit den Bürgern der Region gearbeitet werde.