Bad Neuenahr-Ahrweiler macht mit

Einzelhandel ruft im September zu „Heimat shoppen“ auf

Passanten und Geschäfte auf Bad Neuenahrs Poststraße.

Passanten und Geschäfte auf Bad Neuenahrs Poststraße.

BAD NEUENAHR. Bad Neuenahr-Ahrweiler schließt sich der Initiative „Heimat shoppen“ an: Die Kreisstadt wird am landesweiten Aktionswochenende am 13. und 14. September teilnehmen, kündigte City-Manager Kevin Hengsberg an.

Unterstützt von der Industrie- und Handelskammer will der lokale Einzelhandel verstärkt für sich und seine Bedeutung für die Innenstädte werben. Im Mittelpunkt steht dabei die Initiative „Heimat shoppen“, die helfen soll, eine drohende Verödung der Zentren zu verhindern.

Nach Auffassung der Handelskammer soll aufgezeigt werden, welch wichtige Rolle der stationäre Einzelhandel in einer Stadtgemeinschaft spielt. Nicht nur als Versorger, sondern auch als Arbeitgeber.

Schließlich bieten die lokalen Betriebe jungen Menschen oftmals mit einer Ausbildung eine Perspektive vor Ort, stärken zudem die Kommune mit ihrer Gewerbesteuerzahlung und prägen das Stadtbild. So ist es auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Die Kreisstadt, so City-Manager Kevin Hengsberg, werde am landesweiten Aktionswochenende am 13. und 14. September teilnehmen.

Handel im Ort stärken

Die Aktionstage sollen vor allem bewirken, dass der stationäre Handel vor Ort wieder stärker in das Bewusstsein der Kunden rückt, teilte die IHK mit. Händler und Kunden sollen dabei intensiver ins Gespräch kommen, was dem Einzelhandel die Gelegenheit bieten könnte, auf die Bedeutung seiner Geschäfte für die Städte und Gemeinden hinzuweisen.

„Es geht dabei nicht um den reinen Einkauf, sondern auch um die Sicherung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, die Organisation von Festen und Märkten, die Stärkung der Kommune sowie die Reduzierung von Umweltbelastungen, wenn weite Strecken und Lieferungen vermieden werden können“, heißt es weiter in einer Zielausarbeitung der Industrie- und Handelskammer. Die Aktion „Heimat shoppen“ dürfe keinesfalls als Maßnahme gegen den E-Commerce, also gegen den Online-Handel, verstanden werden, unterstrich die Kammer.

„Heimat shoppen“ Teil einer Imagekampagne

„Die positiven Eigenschaften und Effekte des stationären Einzelhandels werden betont, ohne dass der elektronische Versandhandel stigmatisiert wird“, erklärte City-Manager Hengsberg, der die Aktion gemeinsam mit den Werbegemeinschaften sowohl in Ahrweiler als auch in Bad Neuenahr durchführen möchte. Alle lokalen Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister sollen mitmachen können. „Heimat shoppen“ soll dabei allerdings nicht als Umsatzgenerator, sondern vielmehr als Imagekampagne aufgefasst werden, mit der die vielen kleinen inhabergeführten Läden, Dienstleistungs- und Gastrobetriebe unterstützt werden, ohne die es vielfach keine lebendigen Ortskerne mehr gäbe.

Eine lebendige Innenstadt gilt schließlich als bedeutender Wirtschaftsfaktor, der gleichzeitig die Lebensqualität der Anwohner positiv beeinflusst. Volker Danko, Vorsitzender der Bad Neuenahrer Werbegemeinschaft: „Wir wollen hier das Bewusstsein schärfen und Heimat wieder mehr in den Vordergrund rücken.“

Bad Neuenahr als Stadt mit jährlich rund 800.000 Gästeübernachtungen und unzähligen Tagestouristen ist aktuell von Verödungen im Kernbereich nicht bedroht. Es pendelt mehr Kaufkraft in die Stadt hinein als aus ihr abgeführt wird, die Bindungsquote ist außerordentlich hoch. Die Leerstandsquote in der Innenstadt liegt bei etwa vier Prozent, was einem moderaten Wert entspricht.