Niederhutstraße in Ahrweiler

Eine Straße und 100 Jahre

Ahrweiler. 100 Jahre und zwei Weltkriege liegen zwischen diesen beiden Fotos der Ahrweiler Niederhutstraße, die nahezu aus demselben Blickwinkel aufgenommen wurden. Den größten Wiedererkennungswert haben dabei das Wolff'sche Haus mit seinem markanten Erker und die Laurentiuskirche.

Das Wolff'sche Haus stammt aus dem Jahr 1621, war früher Sitz des Stadtgerichts. und zählt zu den wenigen Gebäuden, die den großen Brand von Ahrweiler 1689 überstanden haben. Das Fahrzeug auf dem Bild aus der Kaiserzeit ist übrigens eine Art O-Bus. Es gehörte zur gleislosen Bahn, die von 1906 bis 1919 halbstündlich zwischen Bad Neuenahr und Walporzheim pendelte Spitzname: "Die Gleislose".

Für den Strom der Oberleitung sorgte damals das Kraftwerk der Ehrenwall-Klinik. Pro Kursaison wurden bis zu 80 000 Fahrgäste gezählt. Kurios: Die Pflastersteine sind identisch. Denn beim Bau der Fußgängerzone 1975 wurden die unter der Asphaltdecke liegenden Pflastersteine wieder ans Tageslicht geholt und neu verlegt. Einheimische und Touristen laufen also über Steine, auf denen schon der kleine Ludwig van Beethoven als Ferienkind in Ahrweiler gespielt hat.