Gesprächskreis Ahrwein

Ein Denkmal für Winzer Norbert Görres in China

Die Volksrepublik China ehrte den Winzer von der Ahr mit einer Bronzestatue in der Provinz Shandong.

Die Volksrepublik China ehrte den Winzer von der Ahr mit einer Bronzestatue in der Provinz Shandong.

BAD NEUENAHR. Norbert Görres aus Bad Neuenahr gab sein Wissen um Reben und Wein in China weiter. Die Volksrepublik ehrt den 2009 gestorbenen Winzer in der Provinz Shandong mit einer überlebensgroßen Bronzestatue.

„Die über die Grenzen hinweg geschätzte Qualität des Ahrweins ist nicht von heute auf morgen entstanden“, stellte Gerhard Kreuter zum Auftakt des jüngsten „Gesprächskreis Ahrwein“ fest. Und Paul Gieler zeichnete als Hauptreferent des Abends die Entwicklung der „Revolution des Ahrweinbaus“ nach. Dieser Wandel habe sich von den 70er bis in die 90er Jahre auf drei Ebenen vollzogen, erklärte er. Einerseits in der Natur durch die Flurbereinigung und die anschließende Neuanpflanzung. Außerdem durch die Neuorganisation der Winzervereine mittels Fusionen und Zusammenschlüssen. Und darüber hinaus in den Weinkellern mit dem Einzug moderner Maschinen und Geräte. Als einen der Wegbereiter oder Pioniere der Revolution bezeichnete Gieler den Winzer Norbert Görres, dessen Verdiensten er sich bei seinen weiteren Ausführungen widmete.

Als Sohn eines kleinen Winzers aus Walporzheim sei Görres ein ausgesprochener Teamplayer gewesen, sagte Gieler, „nicht nur für den Ahrweinbau, sondern auch auf internationaler Ebene“. Görres sei 15 Jahre Betriebsleiter im heutigen Weingut „J.J. Adeneuer“ gewesen und habe zudem mit dem Weingut Sonnenberg sein eigenes Weingut aufgebaut. Bei fünf Flurbereinigungsverfahren von 1966 bis 2003 sei er Vorstandsmitglied der Teilnehmergemeinschaften gewesen, und fast 40 Prozent respektive 212 Hektar der Weinbauflächen seien unter seiner Beteiligung neu geordnet worden. Als Vorsitzender der „Wiederaufbaugemeinschaft Ahrtal“ sei er zudem verantwortlich für den Anbau der heute qualitätsgebenden Rebsorten gewesen. „Dabei war Görres immer einen Schritt voraus, zum Beispiel mit neuen weinwirtschaftlichen Verfahren wie Strohabdeckung im Weinberg, Humusversorgung der Böden durch Kompost und einer neuen Terrassenanordnung in der horizontalen Linie“, sagte Gieler weiter. Die Wiederbelebung des Ahrweinbaus mit der Frühburgunderrebe zusammen mit dem damaligen Weingutbesitzer Otto Schäfer trage Görres’ Handschrift. Und auch die Idee der Winzerkapelle oberhalb Ahrweilers stamme von ihm.

Mit dem „Senior Experten Service“ weltweit unterwegs

Nachdem Anfang der 1990er Jahre die weltweit in der Entwicklungshilfe tätige Stiftung der Deutschen Wirtschaft „Senior Experten Service“ auf Görres aufmerksam geworden war, habe dieser dem Weinbau in Usbekistan und Kirgistan sowie dann auch in China und Rumänien auf die Sprünge geholfen. Auf der Rückreise aus Rumänien war Görres im Mai 2009 am Flughafen Dortmund gestorben.

Die Volksrepublik China würdigte Görres' Engagement mit einer überlebensgroßen Bronzestatue in der Provinz Shandong.

Das Thema „Ahrwein aktuell“ beendete den Gesprächkreis Ahrwein. Astrid Rickert erklärte: „Der Jahrgang 2018 macht Freude, viele Weißweine sind schon abgefüllt und auf dem Markt.“ Auch die roten Weine entwickelten sich im Holzfass prächtig und würden die Weinfreunde nach der Füllung im Laufe des Jahres sicher begeistern.