Symposium des BUND

Die Zukunft der erneuerbaren Energien im Kreis Ahrweiler

BAD NEUENAHR. Wie steht es um die Zukunft der erneuerbaren Energien im Kreis Ahrweiler? Dieser Frage ging ein Symposium nach, das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Are-Gymnasium Bad Neuenahr veranstaltete.

Fast fünf Stunden lang ließen sich etwa 70 Interessenten - überwiegend aus der regionalen Kommunalpolitik - über den Stand der Dinge informieren und mögliche Perspektiven aufzeigen. Hauptthema war dabei die Auswirkung von Windenergieanlagen auf Natur, Umwelt und Landschaft in der Region.

Schirmherr und Landrat Jürgen Pföhler betonte die Einigkeit über die Ziele der Energiewende. Umstritten sei lediglich die Art und Weise der Umsetzung. Ihm ist es besonders wichtig, "so viele Bürger wie möglich auf diesem Weg mitzunehmen".

Auch im Kreis Ahrweiler werde es einen Beitrag in Sachen Windkraft geben, wenn auch in überschaubarem Maße, so der Landrat. Dabei wandte er sich gegen die Behauptung, im Kreis habe man die Entwicklung der Windkraft schlichtweg verschlafen. "Vielmehr war das eine bewusste Entscheidung der Kommunen gegen Windräder", erinnerte Pföhler.

Bis Fukushima sei Windkraft im Kreis Ahrweiler nicht erwünscht gewesen, vor allem wegen befürchteter Auswirkungen auf Natur, Landschaft, Tourismus und Erholungswert. "Aber die Welt hat sich geändert, und auch die Einstellung hier im Kreis zu Windkraft hat sich gewandelt." Allerdings müsse man bedenken, dass für Planung und Genehmigung einige Jahre gebraucht würden, bis eine Windkraftanlage tatsächlich gebaut werden könne.

Sowohl BUND-Landesvorsitzender Harry Neumann als auch Wolfgang Schlagwein als Grünen-Sprecher im Kreistag forderten gemeindeübergreifende Flächennutzungspläne für Windenergiestandorte, wie es ansatzweise in der Verbandsgemeinde Adenau bereits gemacht werde. "Denn wer die Energiewende will, muss auch bereit sein, dafür Flächen zu opfern", fand Schlagwein.

Wobei darauf geachtet werden müsse, dass die Energiewende natur- und menschenverträglich ablaufe, ergänzte Neumann. Er sah allerdings ebenso wie Schlagwein das Ziel einer 100-prozentigen Abdeckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030, wie vom Kreis angestrebt, nur dann erreichbar, wenn der Energieverbrauch drastisch reduziert werde. Dafür brauche es aber eine grundlegende Veränderung der konsumorientierten Lebensweise hin zu einer wertorientierten Energiewende.

"Wir müssen die Maßlosigkeit bekämpfen, es kann nicht so weitergehen wie bisher", so seine klare Aussage. Jürgen Haffke betrachtete den Natur- und Kulturraum im Landkreis Ahrweiler hinsichtlich des möglichen Zusammenspiels von regenerativen Energien und Tourismus. Er war der Überzeugung, im Kreis Ahrweiler müsse man sich vom Ziel der hundertprozentigen Abdeckung des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien verabschieden, weil es hierfür nicht genügend Potenziale gebe.

Energieanlagen-Unternehmer Gereon Schürmann war allerdings der Überzeugung, dass sich Touristen nicht von Windrädern stören ließen und machte darüber hinaus klar, dass allein der wirtschaftliche Ertrag darüber entscheide, ob ein Unternehmen in eine Windkraftanlage investiere. Und die Effizienz moderner Windkraftanlagen wachse mit atemberaubendem Tempo. Manfred Braun von der Genehmigungsdirektion betrachtete das Ahrgebirge als besonderen ornithologischen Lebensraum und stellte dabei fest, dass bei weitem nicht alle geschützten Vogelarten von Windkraftanlagen bedroht würden.