Neujahrstreffen beim Flüchtlingswerk

Die Kirche gibt dem Café Asyl

Clarissa Lindner (rechts) ist die Teamleiterin des "Café International" und freut sich jeden Mittwoch über ihre Gäste. Zurzeit ist die Zehntscheuer wegen des Karnevals das Ausweichquartier für die Veranstaltung, die regulär im Helmut-Gies-Bürgerzentrum stattfindet. GAUSMANN.

Clarissa Lindner (rechts) ist die Teamleiterin des "Café International" und freut sich jeden Mittwoch über ihre Gäste. Zurzeit ist die Zehntscheuer wegen des Karnevals das Ausweichquartier für die Veranstaltung, die regulär im Helmut-Gies-Bürgerzentrum stattfindet. GAUSMANN.

AHRWEILER. Der reguläre Austragungsort des Mittwochs-Treffs für Flüchtlinge, der unter der Leitung von Clarissa Lindner und ihrem 15-köpfigen Team steht, ist durch Karneval blockiert.

350 Menschen werden vom Flüchtlingsnetzwerk Bad Neuenahr-Ahrweiler betreut. Diese Zahl nannte Vorsitzende Heike Krämer-Resch beim Neujahrstreffen in der Ahrweiler Zehntscheuer. Diese gehört der katholischen Kirchengemeinde Ahrweiler, die die Räumlichkeiten zurzeit dem Netzwerk für das Café International zur Verfügung stellt. Grund des Kirchenasyls: Der reguläre Austragungsort des Mittwochs-Treffs für Flüchtlinge, der unter der Leitung von Clarissa Lindner und ihrem 15-köpfigen Team steht, das Helmut-Gies-Bürgerzentrum, ist durch Karneval blockiert.

So ging denn auch der Neujahrstreff mit jeder Menge Leckereien und gezählten 110 Teilnehmern in der Zehntscheuer über die Bühne. Mit alten und neuen Gesichtern, Kindern und Erwachsenen aus vielen Nationen. Die ideale Möglichkeit für Adelheid Trocha, als Teamleiterin „Begleitung und Sprache“ für ihre fünf neuen Sprachkurse zu werben, die in der kommenden Woche beginnen sollen.

Das Netzwerk besteht aus insgesamt mehr als 100 freiwilligen Helfern und betreut neben den Flüchtlingen, die in der Kreisstadt untergekommen sind, auch deren Pendants von der Grafschaft. Wobei das Café International der zentrale Anlaufpunkt ist.

„Das ist die beste Gelegenheit, einander kennen zu lernen. Das hilft, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und im anderen den Menschen zu erkennen“, formuliert Krämer-Resch die Intention der Einrichtung.

Die Vorsitzende ist in Personalunion Teamleiterin der Fahrradwerkstatt, die allen Flüchtlingen im Kreis Ahrweiler offensteht. Sana Daghfous-Soussi ist ihr Gegenstück in der Kleiderkammer des Netzwerkes. „Wir sind motiviert wie am ersten Tag“, sagte denn auch Clarissa Lindner, die ein rappelvolles Café International als größte Anerkennung empfindet und sich immer noch über jeden neuen Gast freut.

Im April feiert das Netzwerk übrigens seinen zweiten Geburtstag. Und es verficht immer noch die Gründungsziele. „Wir sind die Türöffner für die Flüchtlinge in der Gesellschaft“, so Krämer-Resch.

So seien die Aktiven einerseits mit Helfern aus dem ganzen Kreis vernetzt und könnten so Kräfte besser bündeln, andererseits seien sie die Praktiker, die die Schwellen des Alltags gemeinsam mit den Flüchtlingen meisterten: Behördengänge, die unvermeidliche Bürokratie und auch die Betreuung von Praktikanten aus den Reihen der Flüchtlinge in Betrieben.

Infos: www.fluechtlingsnetzwerk-bn-aw.de