Schienenverkehr am Rhein

Die Ahrtalbahn soll seltener fahren

Soll nur noch zu Stoßzeiten verkehren: die RB 30.

Soll nur noch zu Stoßzeiten verkehren: die RB 30.

KREIS AHRWEILER. Region wehrt sich gegen Pläne der Bahn, die nach Entlastungen des Streckenabschnitts Remagen-Bonn sucht.

. Bei der Bahn gibt es die Überlegung, Zugverbindungen zwischen Bonn und Remagen zu verringern. Grund ist eine Überlastung der Strecke, auf der mehr Platz für überregionale Verbindungen sowie den Güterverkehr zwischen Hürth-Kalscheuren und Remagen geschaffen werden soll. Betroffen sein soll insbesondere die „RB 30“ (Ahrtalbahn) in den Nebenverkehrszeiten. Sowohl der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises, die Stadt Bonn als auch der Kreistag in Ahrweiler werden sich mit dem Vorhaben beschäftigen.

Der Rhein-Sieg-Kreis will die Deutsche Bahn , den Bund und den Nahverkehr Rheinland (NRV) auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass das aktuelle Personenverkehrsangebot im Fern- und Nahverkehr auf der linken Rheinseite erhalten und weiter ausgebaut wird.

Die Stadt Bonn schlägt ihrem Rat eine Resolution vor

„Der erklärten Überlastung des Schienenwegs ist durch Infrastrukturausbaumaßnahmen zu begegnen und auf keinen Fall durch Reduzierungen im Personenverkehr. Die beabsichtigte Einstellung der Linie RB 30 in den Nebenverkehrszeiten auf dem Abschnitt Remagen-Bonn stellt eine erhebliche Verschlechterung in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler dar und ist unbedingt zu vermeiden“, heißt es aus dem Siegburger Kreishaus. .

Die Stadt Bonn schlägt ihrem Rat derweil eine Resolution vor. „Der Rat fordert Bahn, Bund und Nahverkehr Rheinland auf, das bisherige Personenverkehrsangebot im Fern- und Nahverkehr auf der linken Rheinstrecke auch über 2018 hinaus sicherzustellen. Die beabsichtigte Einstellung der Linie RB 30 (Ahrtalbahn) in den Nebenverkehrszeiten auf dem Abschnitt Remagen – Bonn stellt eine erhebliche Verschlechterung der regionalen Anbindung Bonns dar und ist unbedingt zu vermeiden.“

Die DB Netz hatte im Dezember 2016 den Abschnitt Hürth-Kalscheuren – Remagen gegenüber dem Eisenbahnbundesamt und der Bundesnetzagentur (BNetzA) für überlastet erklärt. Im September 2017 hat die DB Netz nun Pläne vorgelegt, wie sie die Kapazität auf diesem Abschnitt wieder erhöhen möchte. Einer dieser Vorschläge sieht vor, dass die Ahrtalbahn zwischen Remagen bis Bonn montags bis freitags nur noch zwischen 5.30 und 9.30 Uhr sowie zwischen 15.30 und 19 Uhr verkehren soll, um dem Güterverkehr ausreichend Kapazitäten einzuräumen. Bonn will über die Resolution durch den Rat verhindern, dass das Angebot der Ahrtalbahn eingeschränkt wird. Heute verkehrt die RB 30 montags bis freitags von circa 5.30 bis 23 Uhr.

Der Zweckverband Schienen-Personen-Nahverkehr Rheinland-Pfalz Nord in Koblenz (SPNV Nord) sprach sich auf Anfrage des GA ebenfalls massiv gegen die geplanten Änderungen aus. Verbandsdirektor Thomas Geyer: „Reduzierungen werden von uns strikt abgelehnt.“

Auch der Kreis Ahrweiler will sich wehren. Landrat Jürgen Pföhler: „Wir werden frühzeitig gegensteuern und verlangen Klarheit.“ Große Teile des Kreises Ahrweiler und vor allem das Ahrtal seien im Berufs-, Versorgungs-, und Freizeitverkehr größtenteils auf den Köln-Bonner Raum ausgerichtet. Die Pläne seien inakzeptabel.

Auf Anfrage schrieb die Bahn AG: „Der Streckenabschnitt ist stark nachgefragt und gilt als überlastet.“ Eine Kapazitätsanalyse sei mit den zuständigen Behörden abgestimmt. „Die Fachleute entwickelten ein Konzept zur Erhöhung der Schienenkapazitäten und zur Stabilisierung der Betriebsqualität. Die kurz- und mittelfristigen Maßnahmen wurden den Kunden der DB Netz AG, den zugangsberechtigten Eisenbahnverkehrsunternehmen, zur Einsicht und Stellungnahmen zugänglich gemacht.“

Eine Ausweitung des Angebotes ist nicht möglich

Die Anmerkungen und Anregungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen würden in einen Plan zur Kapazitätserhöhung auf der betroffenen Strecke einfließen. Unter anderem handele es sich bei den Maßnahmen um Infrastrukturmaßnahmen wie beispielsweise die Verlängerung von Überholgleisen. Längerfristig soll der Engpass durch den Bau einer linksrheinischen S-Bahn beseitigt werden, unterstrich die Bahn AG. Eine Ausweitung des Angebots im Schienenpersonennahverkehr sei aufgrund der aktuellen Einschränkungen nicht möglich.