Film über den Kreis Ahrweiler

Der bronzene Amtsbote lebt

Er spielt die Hauptrolle im Kurzfilm über den Kreis Ahrweiler: Der bronzene Amtsbote.

Er spielt die Hauptrolle im Kurzfilm über den Kreis Ahrweiler: Der bronzene Amtsbote.

KREIS AHRWEILER. Eine Dernauer Jungunternehmer nimmt den Zuschauer mit auf eine gelungene filmische Zeitreise durch 200 Jahre Geschichte des Kreises.

Der bronzene Amtsbote, der ebenso wie sein aus gleichem Material gegossenes Pferd gleich am Eingang vor dem Gebäude der Kreisverwaltung steht, erwacht plötzlich zum Leben. Er wird zum beweglichen Menschen, der aus der 200 Jahre währenden Geschichte des Landkreises Ahrweiler erzählt.

Er berichtet von den Anfängen der Kreisverwaltung im Jahre 1816, von den Nöten der Bevölkerung, von Ackerbau und Weinwirtschaft, von der Erbohrung der für Neuenahr so wichtigen Heilquellen, vom Aufblühen der Region, vom Bau des Nürburgringes, vom Tourismus bis hin zur wirtschaftlich prosperierenden Jetztzeit. Geschaffen hat die bemerkenswerte filmische Zeitreise der Dernauer Jungunternehmer André Weber im Auftrag des Landrats.

Der Amtsbote verlässt zumindest für 15 Minuten seine bronzene Hülle, die beim Amtsschimmel zurückbleibt, und wandelt als Computeranimation durch das menschenleere Kreishaus, blättert im Kreisarchiv in alten Dokumenten, setzt sich später an neumodische Rechner, lässt Geschichte lebendig werden. 180 Bilder, Fotos und Filmsequenzen hat Weber zu einem tollen Gesamtwerk komponiert – die Heimat-Historie zieht intelligent und die richtigen Schwerpunkte setzend im Zeitraffer vorüber.

„1816 hätten sich die Menschen im Kreis Ahrweiler eine solche Entwicklung nicht vorstellen können“, meint der Amtsbote am Ende des Films, ehe er wieder seinen Platz vor dem Kreishausportal einnimmt und erstaunt einem Landrat Jürgen Pföhler nachsieht und zuschaut, wie dieser die Türe aufschließt.

 

„Es war eine interessante Erfahrung, das Projekt umzusetzen“, meinte Mediendesigner Weber, der mit seiner Firma „Motionact“ auch bereits Ludwig van Beethoven auf dem Bonner Münsterplatz lebendig werden ließ. 200 Jahre Kreis Ahrweiler filmisch zusammenzufassen, ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Weber hat die Herausforderung in einjähriger Arbeit mit großem Know-how gemeistert.

Ein Blick in die Amtsstube des ersten königlichen Landrates, Freiherr von Guben, eine Sequenz vom Eisenbahnbau 1880, als die ersten Schienen gelegt wurden, ein Streifzug durch die Entstehung von Arbeitsplätzen in der Steinindustrie, eine filmische Erinnerung an den Terror der Nazizeit und die Verfolgung der Juden, eine Einblendung der Gegenwart in das Leben in einem Kreis, in dem das Ehrenamt stark ausgeprägt ist, die Wirtschaft blüht und die Arbeitslosigkeit bei drei Prozent liegt: Die Zeitreise berührt und weckt Interesse.