Tourismus im Kreis Ahrweiler

Der Marktplatz platzt aus allen Nähten

KREIS AHRWEILER. Vier Tage Programm beim Weinmarkt der Ahr. Bands und edle Tropfen haben die Besucher in Scharen angelockt.

„Es ist eine gelungene Kombination aus Wetter, Musik, Wein und Geselligkeit.“ Eine Gruppe von Besuchern aus Gütersloh hat einen der begehrten Plätze auf den Bänken beim Weinmarkt der Ahr im Herzen Ahrweilers gefunden. Dort sowie an den Stehtischen, um die Buden mit fester Nahrung und die Weinstände herum drängen sich am Sonntagnachmittag Weinfreunde aller Altersgruppen. Sie sind entspannt, fühlen sich sichtlich wohl und sind ebenso zufrieden mit dem Tag wie die Mitarbeiter der Weingüter und Genossenschaften, die ihre guten Tropfen hoch angespannt non-stop kredenzen. Gefragt sind im warmen Sonnenschein vor allem Rosés, Blanc-de-Noir-Weine und helle Burgunder. Eingefleischte Rotweinfreunde lassen sich dagegen trotz der Wärme vom Himmel lieber kräftige dunkle Burgunder ins Glas füllen.

Die Gütersloher sind wie seit Jahren gezielt zum Weinmarkt gekommen, sie wollten am Montag noch wandern und ihre gemeinsame Tour am Abend auf dem Weinmarkt ausklingen lassen.

Mit der Bahn angereist ist eine Gruppe aus Leverkusen. Die drei Paare haben sich den angebotenen „Probenpass“ beschafft, der über die teilnehmenden Betriebe und die angebotenen Weine informiert, Bons für Proben enthält und gleichzeitig Ticket für die Hin- und Rückfahrt ist. „Das Fest ist hervorragend organisiert, auch, dass die Geschäfte geöffnet sind und dass die Band spielt“, freuen sie sich über ihren Ausflug. Und noch mehr: „Es gefällt mir, dass sich die Winzer zusammentun und gemeinsam etwas machen“, hebt einer aus der Gruppe hervor.

Winzer und ihre Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. An manchen Ständen ist im Gedränge kaum ein Durchkommen. „Marina, Marina, Marina, wunderbares Mädchen“, klingt’s von der Band. „Wir kommen kaum hinterher“, freut sich Tobias Bell am Stand der Dagernova über den guten Zuspruch der Marktbesucher. Wenn es auch am Freitag noch windig und kalt war und die Geschäfte „eher bescheiden“ liefen, ist er mit dem Zuspruch am Samstag und Sonntag „sehr zufrieden“.

„Die meisten Besucher hatten sich am Freitag und Samstag entsprechend dem Wetter angezogen“, hat Markus Bertram vom Dernauer Weingut Gebrüder Bertram festgestellt. Seiner Meinung nach waren die Temperaturen gut sowohl für den Ausschank von Rotweinen als auch von Weißweinen. „Für den Absatz ist es besser so als bei großer Hitze“, sagt er.

Gedrängt sitzen die Gäste unter dem Dach am Weinbrunnen, und wer da keinen Platz mehr gefunden hat, lässt es sich auf den Stufen ringsum gutgehen. Nebenan, am Stand der Weinmanufaktur Walporzheim bedient Wolfgang Ringat zusammen mit seinen Kollegen das durstige Volk. Blanc-de-Noir, Riesling und Rivaner werden gut gefragt, berichtet er und freut sich über den anhaltenden Besuch. Samstagabend platzte der Markt schier aus den Nähten.

„Heute fängt ein neues Leben an“, kommt's von der Band und einige Gäste singen den Hit fröhlich mit. Von „bester Stimmung“ schon am Samstag berichtet Rosel Schooß, Mutter der ehemaligen Ahrweinkönigin, die am Stand des Weinguts Peter Kriechel mit bedient. Trockene Blanc-de-Noir-Weine sind hier tagsüber die Rennen, am Abend wird allerdings Früh- und Spätburgunder verlangt, hat sie festgestellt.

„Die Ahr ist unsere zweite Heimat, hier gibt es wunderbare Weine“, schwärmen zwei Paare aus Monreal. Sie kommen öfter, auch zum Weihnachtsmarkt, jetzt sind sie mit dem Rad unterwegs und wollen nach dem Besuch auf dem Markt noch zum Kölschen Abend in den Winzerhof Körtgen. „Das ist ein kleines Muss“, freuen sie sich auf den Abschluss des Tages.

Viele auswärtige Gäste hat Heike Wernecke ausgemacht, die am Stand des Weinguts Kurth bedient. Und Jan Hallerbach am Stand der Mayschosser Winzergenossenschaft berichtet: „Trotz des Windes und der niedrigen Temperaturen hatten wir auch am Freitag und Samstag viel zu tun, bis die Musik aufhörte haben wir vor allem Rotwein verkauft, das war gut so.“ Den Run auf Weißwein am Sonntagnachmittag kann er gut verstehen. Sentimental tönt der Bläck-Fööss-Hit „By, by, my love, mach et joot, bes zom nächste Mol“ über den Platz. Den Besuchern gefällt das, aber sie denken noch lange nicht ans Weggehen, höchstens, dass sie nach dem sonnigen Nachmittag auf Rotwein umsteigen werden. Erst einmal lassen sie es sich gut gehen und genießen die Gesellschaft so vieler anderer Weinfreunde – und auch das Feuerwerk am Sonntagabend.