Die Fichte ist der Brotbaum

Der Forst birgt Kapital

Holz ist Kapital: Ein Eichenwald hoch über Dernau. Die farbigen Markierungen an der Holzernte am Wegesrand sind die Erkennungszeichen der jeweiligen Eigentümer. FOTO: GÜNTHER SCHMITT

Holz ist Kapital: Ein Eichenwald hoch über Dernau. Die farbigen Markierungen an der Holzernte am Wegesrand sind die Erkennungszeichen der jeweiligen Eigentümer.

KREIS AHRWEILER. Inventur des Kleinprivatwaldes abgeschlossen. Laubholz dominiert.

6212 Hektar Privatwald gibt es zwischen Adenau und Dernau. Für diesen ist das Gemeinschaftsforstamt Adenau neben jeweils 10 000 Hektar Staatswald und Gemeindewald zuständig. Über den sogenannten Kleinprivatwald lagen der Behörde bislang nur wenige Informationen vor. Das hat sich geändert. Forstamtsleiter Winand Schmitz: "Wir haben eine Inventur der privaten Wälder gemacht. Mit den Ergebnissen können wir den Besitzern jetzt passgenaue Dienstleistungen anbieten." Anlässlich einer Vorstandsitzung des Waldbauvereins Ahrweiler überreichten Schmitz und Hannsjörg Pohlmeyer, Leiter des Forstamtes Ahrweiler, dem Vorsitzenden der Waldeigentümer, Albrecht Freiherr von Boeselager aus Kreuzberg, die digitalen Inventurergebnisse.

Dabei fasste Schmitz die Ergebnisse zusammen: "Der Laubholzanteil liegt bei 58 Prozent, dominiert von Eichen und Buchen. Überwiegend sind diese älter als 80 Jahre und wurden vor dem Zweiten Weltkrieg zuletzt auf den Stock gesetzt."

Die Fichte sei mit 33 Prozent auch im Kleinprivatwald die "Brotbaumart". Gemeinsam mit der Douglasie spiele die Fichte ab den Nachkriegsaufforstungen eine dominante Rolle. Der gesamte, stehende Holzvorrat im Kleinprivatwald beträgt laut Schmitz fast 1,08 Millionen Festmeter und damit im Durchschnitt rund 172 Festmeter je Hektar. "Die Studie Forst- und Holzwirtschaft zeigt auf, dass volkswirtschaftlich an je 1000 Festmeter bereitgestelltem Holz etwa 20 Arbeitsplätze hängen und jedem einzelnen Festmeter im Produktionsprozess etwa 3000 Euro Wertschöpfung folgen. Bezogen auf die Nutzungsmöglichkeiten des Kleinprivatwaldes des Forstamtes Adenau wären dies über 400 Arbeitsplätze und - vorausgesetzt das Holz wird nicht gleich in den Ofen gesteckt - eine jährliche Wertschöpfung von rund 65 Millionen Euro", fasst Forstamtsleiter Winand Schmitz zusammen.

Das neue System funktioniert so: Die Daten der Privatwaldinventur werden mittels eines forstlichen GIS-Systems direkt nutzbar gemacht. Dabei werden die Nutzungspotenziale lokalisiert und die Parzellen sowie die Eigentümer ermittelt. Die Eigentümer werden in einer Kooperation zwischen dem Waldbauverein Ahrweiler und dem Forstamt Adenau angeschrieben und vom zuständigen Privatwaldbetreuer beraten. Es wird eine Bewirtschaftungsvereinbarung angeboten, die die gesamte Holzerntemaßnahme inklusive des Holzverkaufes umfasst.

"Holzmobilisierung bedeutet, Waldbesitzer zu mobilisieren. Diese können dabei die Chance nutzen, ihre kleinen Parzellen im Zuge einer Bündelungsmaßnahme wirtschaftlich optimal zu bewirtschaften", so Schmitz.