Energie im Kreis Ahrweiler

Der Ahrkreis hat seine Stromkosten halbiert

Stromkosten sind ein Thema.

Stromkosten sind ein Thema.

KREIS AHRWEILER. Vor acht Jahren wurde in Ahrweiler die Energiewende beschlossen. Das mittelfristige Ziel bleibt eine bilanziell hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien bis 2030.

Acht Jahre sind vergangen, seit der  Kreistag von Ahrweiler sein Ziel zur Energiewende beschlossen hat. Danach soll bis 2030 der Strombedarf im Kreis bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. „Das Projekt Energie steht im Kreis auf breiten Füßen“, sagte Landrat Jürgen Pföhler dazu im Kreis- und Umweltausschuss. Dort wurde der aktuelle Statusbericht zur Energiewende vorgestellt.

Demnach weist der Ausbau von Solar- und Windenergie im Kreis Ahrweiler weitere Zuwachsraten auf. Die Zahl der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betriebenen Photovoltaikanlagen etwa stieg im Jahr 2017 auf 2716 und damit um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Zubau in den vergangenen sechs Jahren betrug somit rund 80 Prozent.

Bei den kreiseigenen Gebäuden habe durch energetische Maßnahmen innerhalb der vergangenen zehn Jahre der Heiz- und Stromkennwert halbiert werden können, heißt es im Statusbericht weiter.

Zusätzlich werden in diesem Jahr neben den Maßnahmen des Kreises erstmals auch die Projekte und Maßnahmen der Kommunen in den Bericht mit einbezogen. Diese hatten unterschiedliche Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz oder Mobilität durchgeführt – etwa durch eigens entwickelte Klimaschutzkonzepte, Gebäudesanierungen, die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel sowie die Anschaffung von E-Bikes und -Fahrzeugen.

Ulrich van Bebber (FDP) konnte das alles nicht überzeugen: „Es gibt ein Riesenpaket von einzelnen Maßnahmen, aber wir kommen dem Ziel nicht wirklich näher“, kritisierte er. Das zeige, dass das Ziel unrealistisch sei und man sich langsam daran gewöhnen solle, es nicht erreichen zu können. Zumal laut einer Berechnung der EnAhrgie-Agentur 55 weitere Windkrafträder notwendig seien, um das Ziel zu erreichen. „Davor kann man nur warnen, denn das wäre das Ende des Tourismus und der wirtschaftlichen Prosperität des Kreises“, befürchtete der Liberale.

Das wollte Pföhler nicht gelten lassen. „Wir haben unseren Weg klar vorgezeichnet, darauf gehen wir weiter – das Ergebnis im Jahr 2030 bleibt abzuwarten.“ Zwar sei es richtig, dass die Erfolge überschaubar sein, doch es gebe keine Alternative. „Es ist ja auch nicht so, dass es nicht vorangeht“, ergänzte Grünen-Sprecher Wolfgang Schlagwein. Dadurch, dass jetzt die Kommunen mit ins Boot kämen, könne der Kreis seine koordinierende Funktion besser ausnutzen. „Vor allem im Bereich der Solarenergie müssen wir die Potenziale noch stärker nutzen“, forderte er.

Karl-Heinz Sundheimer (CDU) fand auch, das große Ziel der Energiewende müsse unbedingt umgesetzt werden, auch im Kreis und in den Kommunen. „Es wäre das absolut falsche Signal, sich jetzt von dem Ziel zu verabschieden.“ Im Gegenteil. Man müsse weiter versuchen, sich dem Ziel Schritt für Schritt zu nähern. Auch Christoph Schmitt (SPD) fand es „richtig und wichtig, an dem Ziel festzuhalten“. Er plädierte dafür, die Anstrengungen zu intensivieren und Potenziale konkret aufzuzeigen. Schmitt bezweifelte auch van Bebbers Ansicht, die Attraktivität des Kreises als Tourismus-Destination könne durch die derzeit kreisweit vorhandenen zehn Windräder beeinträchtigt werden. „Auch kleine Erfolge dienen als Vorbild“, war Jochen Seifert (FWG) überzeugt. Er warb für Nahwärmeverbünde in Neubaugebieten.