Wettbewerb für Innovationen

Der 3D-Metalldruck überzeugt die Jury

So geht's: Frank Dohr (2.v.l.) demonstriert per Handy, wie die App zu dem von seiner Firma entwickelten elektronischen Geschenkgutschein „MyGiftcard“ funktioniert.

So geht's: Frank Dohr (2.v.l.) demonstriert per Handy, wie die App zu dem von seiner Firma entwickelten elektronischen Geschenkgutschein „MyGiftcard“ funktioniert.

BAD NEUENAHR. Bei der Ideenbörse des Ahrkreises im Bad Neuenahrer Weingut Sonnenberg präsentieren sechs Start-up-Unternehmen ihre Produkte - von der App für Geschenkgutscheine bis hin zum Mini-Ratgeber-Buch.

Zum vierten Mal bewerteten Unternehmer und Geschäftsleute aus dem Ahrkreis neue Ideen am Markt, so genannte Start-Ups. Eingeladen hatte die Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung. Rund 60 Personen vergaben für die einzelnen Innovationen, die im Bad Neuenahrer Weingut Sonnenberg präsentiert wurden, Punkte.

Dabei ging es darum, ob der kreative Ansatz unklar oder überzeugend war. Eine Rolle spielte zudem die Höhe des persönlichen Nutzens und die Vermarktbarkeit. Am Ende entschied das Niederzissener Unternehmen Lightway den Wettbewerb für sich.

Lightway sieht sich als Fullservice-Partner für industriellen 3D-Metalldruck. Diese neue Produktionsart für Metall eröffne bislang unterschätzte Möglichkeiten. Mit seinem 3D-Metalldrucker sei eine schnelle, flexible und äußerst wirtschaftliche Herstellung von Metallbauteilen mittels CAD-Dateien möglich, wirbt das Start-up auf seiner Internetseite.

„Die additive Fertigung von Metallbauteilen ist eine zukunftsweisende Alternative zu herkömmlichem Metallschmelzen oder Fräsetechniken. Mittels 'Selektivem Laserschmelzen (SLM)' lässt sich gerade im Leichtbau der erforderliche Fräseprozess erheblich verkürzen“, wies Pascal Schäfer, der das Unternehmen vorstellte, auf die Vorteile hin. Und: „Gleichzeitig eröffnet der schichtweise Aufbau des Metalls ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. So lässt sich in erheblichem Maße Gewicht, Zeit und Geld sparen.“

Aber auch die Produkte der anderen Unternehmen waren für die Jury interessant. Ebenfalls aus dem Bereich der Metallverarbeitung kommt das in Gründung befindliche Unternehmen KTW Systems aus Wehr. Wolfgang Teichmann berichtete, dass man sich auf mehreren Feldern bewege. So arbeite man an der Herstellung von faserverstärkten Titanlegierungen, die deutlich weniger Gewicht und eine höhere Festigkeit aufweisen.

Kriterien waren der persönliche Nutzen und die Vermarktbarkeit

Aufbauend auf der Herstellung setzte KTW auf die Technik des Vakuum-Laserschweißens. Produziert werden in Wehr unter anderem Magnetventile. Unterm Strich biete KTW technische Lösungen für die High-Tech-Industrie an, künftige Kunden dürften aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Medizin und aus der Autoindustrie kommen. „Wir sind dermaßen überzeugt von dem, was wir machen, dass wir unsere guten Jobs dafür aufgegeben haben“, beschrieb Teichmann die Motivation, die ihn und seine Mitstreiter antreibt.

Einen ganz anderen Fokus hat „Atemwort“. Katharina Thölken will mit ihren Kommunikationsangeboten für Experten Wissen an Laien verständlich weitergeben und entwickelte dafür das Format „Tippi“. Dahinter stecken Minibücher, die Ratschläge von Fachleuten enthalten. Sprich: Kurze und knappe Hilfeangebote für kleine Probleme. Auf 16 Seiten wird der Expertentipp zusammen mit originellen Illustrationen dargestellt. Heizkosten sparen, Gartengrill bauen oder Fliesen richtig verlegen sind die Themen. Ein „Tippi“ kann kostengünstig hergestellt und dann an potenzielle Kunden verschenkt oder ihnen auch zum Kauf angeboten werden.

Dem Thema Werbung und Marketing widmet sich Rainer Stutz. Er betreibt unter anderem eine digitale Videowand in Sinzig. Seine Geschäftsidee: das Live-Plakat. Der Werbende kann damit seine auf der Videowand dargestellte Werbung jederzeit und ohne großen Aufwand vom eigenen Computer aus verändern. Ein Klick und binnen zehn Minuten ist die geänderte Werbung auf der Videowand sichtbar. Das garantiert größte Flexibilität und die Möglichkeit, umgehend auf Veränderungen am Markt zu reagieren.

Frank Dohr beschäftigt sich in seinem Unternehmen Novo mit Geschenkkarten und stellte „MyGiftcard“ vor. Professionelle elektronische Geschenkgutscheine steigern Umsätze und schaffen zugleich eine hohe Kundenbindung. Die Gutscheinverwaltung funktioniert mittels einer entsprechenden App, die Verkauf, Verwaltung und Einlösung von Gutscheinen optimiert. Das Angebot bietet professionelle, elektronische Gutscheinkarten bereits in kleinen Auflagen an.

Sechster im Reigen der Start-ups war Karl-Heinz Kaufmann. Der Wassertechniker entwickelt in Westum Desinfektionsmittel auf der Basis von Wasser und Salz. Einer der vielen Vorteile: Die Mittel sind dank ihrer Zusammensetzung in ganz Europa zugelassen.

Wirtschaftsförderer Tino Hackenbruch unterstrich, dass die Ideenbörse des Kreises einen Beitrag dazu leiste, dass Gründungsgeschehen im Kreis Ahrweiler voranzutreiben. Man biete jungen Unternehmern damit eine erfolgreiche Plattform. Hackenbruch: „Mit 94,2 Gewerbeanmeldungen je 10 000 Einwohner im Jahr 2016 belegt der Kreis Ahrweiler unter den rheinland-pfälzischen Landkreisen einen Platz unter den Top 3.“