Aktiengesellschaft Bad Neuenahr

Das Hausverbot beschäftigt das Gericht

BAD NEUENAHR. AGBN-Chef Reinicke will wieder in sein Büro und wehrt sich gegen die Vorwürfe des Insolvenzverwalters.

Richter Stefan Schneider sprach von einer „misslichen Angelegenheit“. Ausgelöst wurde dieser unangenehme Umstand durch das von Insolvenzverwalter Jens Lieser gegen den Vorstand der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, Christoph Reinicke, ausgesprochene Hausverbot, gegen das sich der AGBN-Chef gerichtlich zur Wehr setzt. Gestern traf man sich vor dem Amtsgericht. Eine Einigung gab es nicht. Nun wird Richter Schneider am 20. Mai seine Sicht der Dinge darlegen und einen Beschluss verkünden.

Es war nicht das erste Mal, dass man sich wegen des Hausverbotes vor Gericht traf. In einem früheren Vergleich wurde vereinbart, dass Reinicke Einblick in Akten und Unterlagen gewährt bekommen muss, wenn er die Einblicknahme zuvor bei Lieser beantragt. Nach Reinickes Darstellung hat das bislang nicht funktioniert. Vier Anträge hatte er gestellt, kein einziges Mal habe er sein Büro betreten und Akteneinsicht nehmen können.

Stattdessen sei ihm mitgeteilt worden, dass er Kopien aus Geschäftsvorgängen haben könne: Pro Blatt aus Geschäftsdokumenten soll er allerdings einen Euro in Vorkasse an Lieser zahlen und das Papier dann in Koblenz in der Kanzlei des Insolvenzverwalters abholen. Richter Schneider konnte da nur noch mit dem Kopf schütteln. Im Wege einer einstweiligen Verfügung will Reinicke nun erreichen, dass er Einblick in alle Postsendungen seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens erhält. Schließlich arbeite er nach wie vor selbst an einem Sanierungskonzept. Post – erst Recht an ihn adressierte – und Dokumente müsse er da schon einsehen können, sagte er gestern.

Nicht nur das. Reinicke will sich auch gegen die Vorwürfe Liesers wehren, die zu seiner Kündigung führten. Auch hier sei es von Nöten, Geschäftsunterlagen und Dokumente in seinem Büro einsehen zu können. Eine Rechtfertigung seiner bisherigen Geschäftspolitik sei ohne Vorlage dieser Papiere kaum möglich, so der AGBN-Vorstand.

Weiteren Streit bahnt sich derweil wegen einer angeblich falschen eidesstattlichen Versicherung an, die Lieser abgegeben haben soll und die dem GA vorliegt. Darin stelle – so Reinicke – Lieser Behauptungen auf, die nicht stimmten. Lieser wies diesen Vorwurf gestern zurück. Reinicke will Strafanzeige erstatten. Bereits in einer vorausgegangenen Verhandlung hatte es eine strittige eidesstattliche Versicherung gegeben.

Nach GA-Informationen befindet sich Lieser „in der finalen Verhandlung“ mit einer dreiköpfigen Investorengruppe, die beabsichtigt, den gesamten Geschäftsbetrieb zu übernehmen. Bezüglich der Identität der Investoren habe man Stillschweigen vereinbart.