Ein viele Jahrhunderte altes Brauchtum

Das Ahrweiler Schützenfest hat begonnen

Bad Neuenahr-AHRWEILER. Das Ahrweiler Schützenfest begann mit Großem Zapfenstreich, Königsschießen und Historischem Trinkzug. Majestäten sind Peter Diewald und Lars Angsten.

Peter Diewald (57) gelang am Sonntag um 16.45 Uhr mit dem 69. Schuss sein ganz persönliches Triple: Der Ahrweiler Ortsvorsteher, der am Donnerstag vom Rat zum Ersten Beigeordneten der Kreisstadt gewählt wurde, ist der neue Bürgerschützenkönig. Und das im Jahr des 1125-jährigen Bestehens seiner Heimatstadt.

Besser kann es für den Chronisten der Gesellschaft nicht laufen und entsprechend groß war die Freude und der Jubel auf dem Schützenplatz in der Quarzkaul, aber auch beim Einzug zu den Klängen der Ahrweiler Königshymne „Tochter Zion“ durchs Ahrtor. Dort standen die Bürger Spalier, applaudierten, klimperten traditionell mit ihren Schlüsselbunden, überreichten Rosen und sorgten damit für den wohl emotionalsten Moment im Leben eines jeden Schützenkönigs.

Schon 2016 hatte Diewald, der in diesem Jahr Silberjubilar ist, Hauptmann Jürgen Knieps die Bereitschaft zum Vogelschuss erklärt. „Ich freue mich riesig über diesen Höhepunkt meiner sehr aktiven Schützenzeit“, so Diewald, der beispielsweise schon 1975 Fähnrich der Aloisius-Jugend oder zwei Mal Königskandidat der Junggesellen war. 2019 möchte er dann das arbeitsintensive Amt des Chronisten in andere Hände übergeben. Von seinem Amtsvorgänger Willi Busch, der am Samstagabend in der Zehntscheuer seinen Abschied nach dreijähriger Amtszeit gefeiert hatte, übernahm Diewald Zepter und Königskette.

Spannender Wettkampf

Auch die Sankt Laurentius Junggesellen, die jährlich eine neue Majestät ermitteln, lieferten den Zuschauern einen spannenden Wettkampf. Die beiden Kandidaten Lars Angsten (28) aus der Oberhut und „Niddehöde“ Fabian Knieps (25), Sohn des Bürgerschützen-Hauptmanns, legten 34 Mal an. Um 17.05 Uhr fiel der hölzerne Greif. Lars Angsten, dem Freudentränen übers Gesicht liefen, wurde wenig später auf den Schultern der Kameraden aus dem Schießzelt als strahlender Sieger herausgetragen und der Bevölkerung präsentiert.

Der 34. Schuss war der Königsschuss, der auch dafür sorgte, dass die Oberhut zum dritten Mal in Folge den Junggesellenkönig stellt. Kette und Zepter nahm er von Vitus Appel entgegen, während erneut Böller den Menschen im Tal verkündeten, dass auch die zweite Ahrweiler Majestät fest stand. Wenn sich Angsten auch über Gratulanten wie Peter Diewald, Pastor Jörg Meyrer, Bürgermeister Guido Orthen oder Ahrweinkönigin Annika Schooß freute, so war ein Moment doch ein ganz besonderer: Als seine Oma ihn in den Arm nahm und drückte.

Wie es seit vielen Jahrhunderten der Brauch ist, wurden dann ab dem Abend die neuen Majestäten beim Historischen Trinkzug den „Gastgebern“ der Stadt vorgestellt. Rund 200 „Altärchen“ warteten ab dem Obertor auf die in Vierer-Reihen antretenden Schützen. Bürger und Geschäftsleute kredenzten bis zum Morgen den Ehrentrunk – dem Regen zum Trotz.