Pfingstweinmarkt in Ahrweiler

Buntes Lichterspektakel zum Abschluss

Der Pfingstweinmarkt in Ahrweiler war wieder ein Publikumsrenner. Allzu dichtes Gedränge gab es aber nicht.

Der Pfingstweinmarkt in Ahrweiler war wieder ein Publikumsrenner. Allzu dichtes Gedränge gab es aber nicht.

AHRWEILER. Der traditionelle Weinmarkt in der Altstadt hatte wieder Magnetwirkung. Allerdings gab es große Verärgerungen über teure Knöllchen, die auf privaten Supermarkt-Parkplätzen verteilt werden.

. Das Pfingstwochenende stand einmal mehr im Zeichen des traditionellen Weinmarktes der Ahr, der bis gestern Abend zahlreiche Rebenfreunde und Partygänger auf den Ahrweiler Marktplatz lockte, wo 14 Winzer und Genossenschaften ihre Produkte präsentierten, wo Imbissbetreiber etwas gegen den Hunger boten und wo Musiker imaginäre Tanzflächen füllten.

Dabei war die Resonanz ganz ähnlich dem Vorjahr, als es wenig frühlingshaft war. Dieses Mal erlebten die Besucher zwei schwüle und zwei kühle Tage, dazu den ein oder anderen Regenschauer. Die Folge: Das Geschehen war recht übersichtlich, großes Gedränge gab es nicht. Den Anbietern der Weine war das gar nicht so unrecht. „Da hat man auch mehr Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten und Auskunft über die Weine zu geben“, war hinter den Ständen unisono zu hören.

Denn das, was sie ausschenkten, verdiente Aufmerksamkeit. Marc Adeneuer, der Vorsitzende des Ahrwein e.V., hatte es bei der Eröffnung des Weinmarktes betont: „Die Weinwelt kommt vor allen Dingen am Rotwein aus Deutschland nicht mehr vorbei und da spielt die Ahr mittlerweile eine wichtige Rolle.“

Gute Weine konnte man an den Ständen auch finden. So bot das biologische Weingut Maibachfarm die teuerste Flasche für 34 Euro an. Wein, der allerdings in erster Linie im Glas gekauft wurde. „Aber der Spätburgunder für 29 Euro geht doch recht häufig über die Theke“, stellte Julia Freund fest. Dennoch war es, wie in den vergangenen Jahren auch: Spät- und Frühburgunderweine waren zwar im Angebot, die Renner aber waren die hellen Weine, allen voran der aus roten Trauben weiß gekelterte Blanc de Noir.

Selbst am Sonntagabend, als es recht kühl wurde, schimmerten in den Gläsern der Festgäste fast ausschließlich weiße und roséfarbige Weine. „Das sind nun mal leckere und nicht zu schwere Weine. Wenn man sich für ein paar Stunden hier auf dem tollen Fest aufhalten will, meidet man die vermeintlich schweren Rotweine“, drückte Claudia Jürgens es aus. Die Kölnerin war mit zwei Freundinnen für zwei Tage an die Ahr gereist, um ein wenig zu feiern. Dazu bot der Weinmarkt natürlich die passende Gelegenheit, Top-Tanzkapellen, wie die heimischen „Les Bermudas“, „One“ oder „Skybagg“ sorgten für gute Stimmung.

Am Montag wurde es dann etwas ruhiger, da präsentierten „Noble Composition“ Jazz-Klänge. Das gefiel dann auch den Betreibern der Stände, die recht nah an der Bühne standen. Anders war das an den Tagen zuvor, zumindest monierte Maximilian Wunderlich-Hörsch am Stand des Weinguts Himmelsburg, dass es doch recht schwer sei, mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

„Man muss schon förmlich brüllen, wenn die Musik spielt. Da überlegt man schon, ob die Kombination aus Weinmesse und Weinparty zusammenpasst.“ Dabei sorgte er mit seinem Angebot doch für die meisten roten Tupfer in den Gläsern. Denn an dem Weinstand gab es gekühlten Rotwein. Das waren keine Burgunder, sondern ein leichter Zweigelt, wie er in Österreich weit verbreitet ist. „Zwei Winzer an der Ahr bauen den an, wir sind die einzigen, die ihn hier auch ausbauen“, so Wunderlich-Hörsch. Die Idee kam an, der kühle Rotwein ging ebenso oft über den Tresen, wie die hellen Weine aus dem Kühlschrank.

Interessenten gab es aber auch für die über die Ahrtalgrenzen wenig bekannte Sorte des Frühburgunders. Das zumindest stellte Peter Lingen an seinem Stand fest. Gerade an den Nachmittagen hatte er doch einige Nachfragen interessierter Besucher. „Abends kommen dann die Partygäste“, so Lingen. Die scharrten schon förmlich mit den Hufen, als die frisch proklamierte Ahrweinkönigin Irena Schmitz am Freitagabend verkündete: „Der Weinmarkt ist eröffnet“ und die „Les Bermudas“ in die Tasten griffen.

Schnell war vor der großen Bühne ein Tanzflächenbereich entstanden. Ahrweinkönigin Irena zog es da vor, mitsamt Gefolge über den Markt von Stand zu Stand zu schlendern und Gratulationen zu ihrer Wahl entgegen zu nehmen. Und auch die Autogramme der neuen Repräsentantin, die sie am Pfingstmontag verteilte, waren begehrt. Schon am Sonntag hatte ein großes Höhenfeuerwerk die Menschen auf dem Markplatz begeistert.

Große Verärgerung herrschte derweil bei denjenigen, die auf den privaten Ahrweiler Aldi- und Netto-Parkplätzen saftige „Knöllchen“ bekommen hatten.