Regierungsbunker Ahrweiler

Bunker boomt weiter - 450.000. Besucherin begrüßt

Geschenke im Bunker: Wilbert Herschbach (von links), Christine Zemke, Brigitta und Wolfgang Winkler, Heike Hollunder und Andreas Wittpohl.

AHRWEILER. Dem regnerischen November-Tag haben Christine Zemke aus Sankt Augustin und ihr Bruder Wolfgang Winkler mit Ehefrau Brigitta aus Thüringen zu verdanken, dass sie am Mittwoch in der Ahrweiler Dokumentationsstätte Regierungsbunker im Rampenlicht standen.

Als 450.000. Besucherin überraschten der Vorsitzende des Heimatvereins, Wilbert Herschbach, Museumsleiterin Heike Hollunder und Ahrtal-Tourismus-Geschäftsführer Andreas Wittpohl Zemke mit Blumen und ihre Verwandtschaft mit Ahrwein. "Und ich wollte heute eigentlich in den Kölner Zoo", freute sich ihr Bruder über die Planänderung.

Als sich die drei Geehrten mit Gästeführer Ralf Schmidt auf den Weg durch das Relikt des Kalten Krieges machten, nutzten die drei Verantwortlichen die Zeit für einen Rück- und Ausblick. Die Erfolgsstory des Bunkers geht ungebremst weiter, "allen Unkenrufen zum Trotz", so Herschbach, dessen Verein mit der Eröffnung 2008 die Trägerschaft übernahm.

So landet das Museum in diesem Jahr bei rund 80.000 Besuchern, im Oktober waren es mit 13.000 schon 1000 mehr als im Vorjahresmonat. Allein Ahrtal-Tourismus hat 2500 Gruppenbuchungen à 25 Personen vorgenommen. Dafür dankte Hollunder den Mitarbeitern in den Tourist-Informationen.

[kein Linktext vorhanden]Doch was wäre der Besuch in einem Museum, wenn das Wissen um Historie und Exponate nicht beim Gast ankäme? Rund 60 geschulte Gästeführer - weitere zehn folgen - nehmen ihn mit auf eine Zeitreise. "Unserem Team, das jetzt in die verdiente Winterpause gehen kann, danken wir sehr. Es hat auch in den besucherstarken Monaten immer die Ruhe bewahrt", so Herschbach.

Höhepunkte in 2013 waren die Rückkehr des Friseursalons aus dem Deutschen Historischen Museum, aber auch der Besuch einer Kuratorin, die plant, in Dänemark einen Bunker zum Museum umzubauen: "Daran kann man unseren Stellenwert bemessen.

Europaweit holt man sich Tipps bei uns, weil mehr und mehr Gebäude des Kalten Krieges der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", so Hollunder. Ihr ist wichtig, dass auch der Jugend die Thematik nahe gebracht wird. "Die Botschaft 'Nie wieder Krieg' ist ein wichtiger bildungspolitischer Aspekt", ergänzt Wittpohl. Das leidige Thema "Toiletten" sprach Herschbach auch an: Im Außenbereich wird 2014 mit dem Neubau begonnen; Interimslösung wird ein WC-Container sein.