Bad Neuenahr-Ahrweiler will die Landesgartenschau

Brunnen reaktivieren, Schulen einbeziehen, Rikscha fahren

Jens Heckenbach (stehend) leitete beim Bürger-Workshop die Arbeitsgruppe "Freiräume zum Leben".

Jens Heckenbach (stehend) leitete beim Bürger-Workshop die Arbeitsgruppe "Freiräume zum Leben".

KREISSTADT. In Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmer des Bürger-Workshops Ideen für die Landesgartenschau 2022. Hier ein Blick in die Präsentation der Ergebnisse.

Besonders die Präsentation der Arbeitsgruppe „Stadt der Zukunft“ von Wolfgang Geller fand bei den Teilnehmern Anklang. Zusammen mit seinen Mitstreitern hatte er die Idee erarbeitet, eine „zaunfreie Landesgartenschau“ als Alleinstellungsmerkmal zu forcieren. Das erfordere zwar ein gewisses Vertrauen in die Gäste, die dennoch einen Eintrittspreis zahlen sollen, „aber wer etwas Neues wagt, muss auch den Mut haben, etwas anders zu machen als sonst“, war Geller überzeugt. Mit intelligenten Kontrollsystemen könne man dennoch auf seine Kosten kommen. Für die „Stadt der Zukunft“ wolle man einerseits einen Blick zurück in die Historie der Kreisstadt werfen und ihre kulturhistorische Bedeutung ebenso wie ihre vielfältige Innovationskraft darstellen. Wünschenswert seien auch mehr Wasserflächen, was man beispielsweise durch das Fluten des Wallgrabens in Ahrweiler erreichen könne.

Die Beschattung der öffentlichen Bereiche durch große Bäume fand die Arbeitsgruppe ebenso wichtig wie begrünte Parkplätze. Vielleicht könne man auf einer Fläche alternative Architektur präsentieren, auf einer anderen Fläche interessante Gartenarchitektur, wieder anderswo könnten alte Kulturtechniken und vergessene Kulturpflanzen gezeigt werden. Durch das Anlegen von „Färbergärten“ könnten Pflanzen für die Farbherstellung gewonnen werden, die dann in der Kinder- und Jugendarbeit für Kunstprojekte genutzt werden könnten. Ohnehin seien eine engere Beziehung zur Natur und die Einbeziehung der Schulen in das Programm der Landesgartenschau sinnvoll. Als alternatives Transportmittel kämen nach Ansicht der Arbeitsgruppe Leihfahrräder in Betracht, was auch ein Beitrag zum Klimaschutz sei. Nicht zuletzt sollten auch die stadtnahen Weinberge mit in die Landesgartenschau einbezogen werden

„Spielraum für Jung und Alt“ war der Arbeitsgruppe „Das will ich sehen“ wichtig, deren Ergebnisse von Martin Schell präsentiert wurden. Gemeinsame Begegnungen und gemeinsame Angebote seien ein Beitrag dazu, dass die Generationen mehr Verständnis und Toleranz füreinander entwickeln könnten. Idealerweise würde man darauf achten, nachhaltige Arbeitsplätze entstehen lassen, beispielsweise mit Gästeführern durch das Landesgartenschau-Gelände. Im deren Rahmen soll es auch mehrere interkulturelle Treffen zum Austausch der Kulturen geben, auf öffentlichen Grillplätzen soll die Kommunikation miteinander gefordert werden. Für die Jugend möchte die Arbeitsgruppe eine eigene „Open-Air-Bühne“ entwickeln, etwa mit einem einfachen Amphitheater, wo der städtische Nachwuchs seine Arbeiten präsentieren kann. Ein weiterer Vorschlag war, das Dahlienfest wiederzubeleben.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Freiräume zum Leben“ präsentierte Jens Heckenbach mit dem Hinweis, man solle Elemente kreieren, die sowohl während als auch nach der Landesgartenschau das Stadtbild verschönerten, beispielsweise interessante Skulpturen. Dazu gehöre aber auch eine „Erinnerungswiese der Touristen“, auf der die „Landesgartenschau-Besucher Bäume oder Pflanzen stiften und diese dann Jahre später noch einmal besuchen können“. Die enge Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen Bad Neuenahr und Ahrweiler solle auf jeden Fall auch nach der Landesgartenschau beibehalten, die Kreuzungspunkte der Straßen modernisiert und der Verkehr entkoppelt, die Radwege verbessert werden. Eine witzige Idee: Mit Rikschas von Ahrweiler nach Bad Neuenahr und umgekehrt gefahren zu werden. Für Camper wünscht man sich mehr alternative Stellplätze, und für verschiedene Veranstaltungen und Präsentationen seien Pavillons die richtigen Anlaufpunkte. Der Brunnen im Lenné-Park soll reaktiviert und die Friedhöfe in die Landesgartenschau integriert werden, außerdem könne man interessante Kleingärten der Bürger präsentieren. Notwendig sei auch eine Ausschilderung von Attraktionen abseits der Hauptachse und die Einführung eines Parkleitsystems. Auch hier kam der Vorschlag, dauerhafte Grillplätze entlang der Ahr zu gestalten, an denen das Leben pulsieren könnte.