Brief der Generaloberin an die Ahrweiler Bürger

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor drei Jahren feierten wir Ursulinen, dass wir seit 175 Jahren in dieser Stadt leben und arbeiten. Wir haben schwere Zeiten erlebt - ich denke da vor allem an die Anfänge 1838, an den Kulturkampf und an die NS-Zeit. Aber es überwiegt unsere Dankbarkeit für viele hilfreiche und positive Erfahrungen, die wir hier machen durften. Es gab zahlreiche Begegnungen mit den Vertretern der Stadt, mit verschiedenen Gruppen der Pfarrgemeinden, mit den Schützen, den Junggesellen, den Aloisiusjungen. Wir danken für alles Vertrauen, das uns entgegen gebracht wurde, für alle Unterstützung, für Hilfsbereitschaft und Wohlwollen.

Trotz allem müssen wir den Berg verlassen, weil sich uns seit mehr als 20 Jahren keine jungen Frauen mehr angeschlossen haben. Während die Mitglieder unserer Gemeinschaft weniger und immer älter werden, sind uns die Sanierungskosten über den Kopf gewachsen. Es zwingen uns also personelle und finanzielle Gründe zu diesem Schritt, der sich voraussichtlich 2017 vollziehen wird.

Damit die beiden Schulen unabhängig von uns weiterleben, werden wir sie in eine Stiftung überführen, aber Kloster und Internat erhalten eine neue Bestimmung, die ganz sicher der Stadt dienlich sein wird. Nur eine kleine Gruppe unserer Gemeinschaft wird in der Stadt bleiben, aber grundsätzlich verlegen wir den Schwerpunkt in unser Kloster nach Trier. Unsere große Klosterkirche wird profaniert, aber unser so genannter Schwesternchor bleibt erhalten. Die große wertvolle Kreuzigungsgruppe wird dort einen neuen Platz finden für alle, die zum gekreuzigten Herrn ihre Zuflucht nehmen. Auch das Reliquiar unserer seligen Sr. Blandine wird zur Verehrung weiterhin zugänglich sein. Ein eigener Eingang zu diesem Kirchenraum wird geschaffen. Wir erbitten von Herzen der Stadt und ihren Bewohnern Gottes Schutz und Segen und grüßen Sie herzlich und dankbar.

Sr. Maria Monheim