Freude über großen Andrang

Bestes Rotweinwetter zum Weinfest in Ahrweiler

Der Weinmarkt in Ahrweiler lockte das Publikum mit Rebensaft und Musik.

Der Weinmarkt in Ahrweiler lockte das Publikum mit Rebensaft und Musik.

AHRWEILER. Winzer, Weingüter und Musikanten freuten sich über riesigen Publikumsandrang beim Weinfest in Ahrweiler. Der Weinmarkt bleibt auch in 2017 ein Veranstaltungshöhepunkt im Ahrtal.

Nur eine Woche nach dem Ahrweiler Winzerfest komplettierte der Weinmarkt die Weinwochen der Rotweinmetropole. Von Freitag bis Sonntag boten kreisstädtische Winzer und Genossenschaften der Ahr rund 150 Weine und Sekte zur Verkostung an. An acht Ständen konnten die Gäste ihre Favoriten auswählen und sich förmlich durchprobieren. Gerade für Weinfreunde war es ein kleines Paradies.

Gemischt wurde das Kennerpublikum mit Partygästen, die in erster Linie wegen des musikalischen Programms in die Ahrweiler Altstadt gekommen waren. Hier war ebenfalls eine große Vielfalt geboten. Die Witterung, die den nahenden Herbst ankündigte, kam den Gastgebern vor allem bei der Präsentation ihrer Rotweine sehr entgegen.

„Der Ahr-Spätburgunder läuft gut bei uns, aber auch der etwas teurere Frühburgunder ist ein Renner“, hatte Klaus Geck am Stand von Brogsitter‘s Weingütern erfreut festgestellt. Für eine Flasche Wein aus der im Ahrtal verbreiteten, ansonsten eher seltenen Frühburgundertraube, mussten die Besucher 22 Euro auf den Theken legen. Dafür erhielten sie aber auch einen edlen Tropfen.

Natürlich ging es auch günstiger, bei der Dagernova gab es schon für 13 Euro eine Flasche Wein. Benedikt Muhs schenkte hier viel vom halbtrockenen Blanc de Noir aus, der seinen seit Jahren andauernden Status als Modewein auch beim diesjährigen Weinmarkt innehatte.

Volle Tanzflächen in den Abenden

Ladenhüter waren bei der Dagernova eher die teureren Tropfen. Möglicherweise lag das an der Nähe des Weinstands zur Bühne, unmittelbar an der Tanzfläche und damit im Einzugsbereich des feiernden Volkes. Muhs hatte noch eine andere Erklärung, als er meinte, für die edleren – und damit hochpreisigen – Weine seien andere Winzer und nicht die Genossenschaft bekannt. In der Tat gab es beim Weingut Kriechel einen Walporzheimer Kräuterberg Spätburgunder mit Goldkapsel für 40 Euro die Flasche. Der war, wie alle Weine, auch im Glas zu haben und kostete dann sieben Euro.

Gleich nebenan beim Weingut Adeneuer kostete die teuerste Flasche immerhin noch 35 Euro. Nicht zu viel für ein großes Gewächs, befanden die Gäste, die sich auch diesen Wein ins Glas gießen ließen, um sich aus sicherer Entfernung von der Bühne mit abwechslungsreicher Musik berieseln zu lassen.

Gute Tanzbands, wie „Noble Composition“ oder „Skybagg“ sorgten an den Abenden für volle Tanzflächen, Stimmungsbands wie „De Bollekes“ stimmten Weinlieder an. Tagsüber waren moderatere Töne gefragt, für jeden war etwas dabei.

Anbieter sind zufrieden

Der Besuch, das Interesse an den Weinen und der Umsatz stimmten die acht Anbieter jedenfalls zufrieden. „Was auffällt, es sind unheimlich viele Gruppen in diesem Jahr hier“, stellte Tanja Lingen vom gleichnamigen Weingut fest. Viele kamen gezielt, andere zufällig zum Weinmarkt. „Wir haben ein Wanderwochenende an der Ahr geplant und sind rein zufällig auf die Werbung im Hotel gestoßen. Da haben wir uns für den Besuch in Ahrweiler entschieden. Eine gute Idee, denn Angebot und Ambiente sind echt toll“, meinte Thomas Giesen. Der junge Mann war mit fünf Freunden aus der Nähe von Bottrop an die Ahr gereist, alle zeigten sich begeistert vom Weinmarkt.

Unterm Strich waren somit alle mit dem diesjährigen Weinmarkt zufrieden. Ahrweilers Burgundia Annika Schooß hatte das zweite Weinwochenende am Freitagabend eröffnet und damit den Startschuss zu Feiern und Probieren gegeben. Sie mischte sich ebenfalls unters Volk, um mit den Gästen über das Ahrtal, die Rotweinmetropole Ahrweiler und die Erzeugnisse der Winzer zu fachsimpeln.