Der Nahverkehr im Kreis Ahrweiler Besseres Buslinienangebot im Kreis Ahrweiler

Mehr Buslinien, bessere Busse, bessere Vertaktungen und Knotenpunkte soll es ab dem 1. Juli im Kreis Ahrweiler geben.

KREIS AHRWEILER. Zum 1. Juli gibt es für Busnutzer im Kreis Ahrweiler zahlreiche Verbesserungen. Neue Linien, neue Ziele, dichte Taktungen, bessere Anbindungen, sinnvolle Verknotungen, unzählige Umsteigemöglichkeiten: Es kommt Schwung ins dichter gewordene Busnetz des Kreises.

Landrat Jürgen Pföhler gerät nicht allzu schnell in den Zustand der Schwärmerei. Bei der Vorstellung des neuen Buslinienangebotes im Kreis Ahrweiler war es anders. Neue Linien, neue Ziele, dichte Taktungen, bessere Anbindungen, sinnvolle Verknotungen, unzählige Umsteigemöglichkeiten: Der Kreis Ahrweiler – da ist sich Pföhler sicher – geht in ein neues ÖPNV-Zeitalter. Zum 1. Juli wird der Startschuss für mehr Schwung im dichter gewordenen Busnetz des Kreises gegeben.

Vor allem sind es 45 neue Buslinien, die den Nahverkehr zwischen Kempenich und der Grafschaft, Bad Breisig und Adenau ins Rollen bringen sollen. „Das Leistungsvolumen wird verdoppelt. Es passiert etwas ganz Großes im Kreis Ahrweiler“, vermeldete der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM), Stephan Pauly, mit durchaus nachvollziehbarem Stolz. Im gesamten Kreisgebiet seien Angebote geschaffen worden, die Anreize gäben, das Auto in der heimischen Garage stehen zu lassen.

Ob die für Arbeitnehmer interessante „Haribo-Linie“ zwischen Meckenheim und dem Firmensitz des Süßwarenkonzerns in Ringen, ob der vor allem für Ausflügler gedachte „Rad-Bus“ von Rheinbach nach Altenahr oder der angeblich sehr verlässlich fahrende – auch für trinkfeste Weinfreunde gedachte – Nachtbus von Ahrbrück nach Sinzig, der auch dann fährt, wenn die Ahrtalbahn es nicht mehr macht: Das ÖPNV-Angebot im Kreis Ahrweiler hat auch nach Meinung von Schienenpersonennahverkehrs-Verbandsdirektor Thomas Geyer ein Spitzenniveau erreicht: „Ein ganz tolles Konzept.“

Warterei soll ein Ende haben

Viel Vorlauf, großer Abstimmungsbedarf, die Klärung unzähliger Detailfragen und eine intensive Beteiligung der Städte und Gemeinden, aber auch der Schulen, seien erforderlich gewesen, um das neue Buslinienangebot auf die Beine zu stellen, führte VRM-Chef Pauly aus. Nun sei das Werk vollbracht.

Nach aufwendiger Detailarbeit habe man das neue Konzept umsetzen können, zu dessen Kernelementen sogenannte Knotenpunkte in Niederzissen und Ringen zählen. Dort treffen sich Busse verschiedener Linien aus unterschiedlichen Richtungen zu bestimmten Zeiten und ermöglichen einen Umstieg auf andere Linien. Hierdurch bietet sich dem Nutzer ein großes Mobilitätsnetz mit vielen in akzeptabler Fahrzeit erreichbaren Zielen. Pauly: „Es bleibt kein Stein auf dem anderen. Die Linienbusnummern werden komplett neu vergeben.“

Das neue Angebot sieht aber vor allem auch eine bessere Abstimmung der Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Bus und Bahn an den Bahnhöfen in Remagen, Sinzig, Bad Breisig, Brohl, Bad Neuenahr, Ahrweiler und Ahrbrück vor. Unnötige Warterei soll der Vergangenheit angehören.

Busse mit niedrigem Einstieg

Innerhalb von Bad Breisig verbindet ein Regio-Bus Oberbreisig mit dem Bahnhof und dem Brohltal. Zwischen Niederzissen, Maria Laach, Mendig und Mayen wird eine neue Busverbindung mit kurzen Übergangszeiten auf die Züge der Lahn-Eifel-Bahn in Mendig eingerichtet. Zwischen Rheinbach und Bad Neuenahr, Walporzheim und Sinzig oder auch Kripp und Remagen und Sinzig wird es bessere Anbindungen und Taktungen geben. An sieben Tagen der Woche soll es von früh morgens bis spät abends ein gut vertaktetes Angebot geben.

Verbesserungen gibt es auch für Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der ÖPNV-Stadtverkehr wurde übersichtlicher gestaltet. Viermal pro Stunde werden die Stadtteile Bad Neuenahr und Ahrweiler in Ost-West-Richtung miteinander verbunden. Pauly wertet dies als erste Weichenstellung für die in vier Jahren stattfindende Landesgartenschau.

Weitere Verbesserungen für die Busnutzer: Der Anteil der Busse mit niedrigem Einstieg wächst bis zum Jahre 2021 auf einhundert Prozent. Damit wird auch älteren Fahrgästen mit Rollatoren, Rollstuhlfahrern oder Kinderwagen-Schiebern ein bequemer Ein- und Ausstieg ermöglicht. Alle Busse sollen übrigens über Klimaanlagen verfügen.

Spätestens ab 2019 wird man sich dann auch via Internet per Smartphone oder Tablet darüber informieren können, ob der Bus dann auch tatsächlich pünktlich kommt: Eine App soll verlässliche Auskunft geben, damit der Buskunde nicht unnötig im Regen steht.

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