Jugendliche fragen nach Tierschutz

Berufsschüler diskutieren mit Landwirtschaftsministerin

Julia Klöckner spricht über Tierschutz und Agrarpolitik.

Julia Klöckner spricht über Tierschutz und Agrarpolitik.

BAD NEUENAHR. Bad Neuenahrer Berufsschüler diskutieren mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Ob Klimawandel, ob artgerechte Tierhaltung oder Ersatzleistungen für Landwirte bei Unwetterkatastrophen – die Ministerin war gefordert und ließ sich gerne fordern.

„Herzlich willkommen Bundesministerin Julia Klöckner“ stand in kunstvoll geschwungenen Lettern auf einem großen Plakat im Foyer der Berufsbildenden Schule in Bad Neuenahr geschrieben. Die damit gezeigte Herzlichkeit beruhte schnell auf Gegenseitigkeit, denn Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich strahlend gut gelaunt und stand den Schülern aus zwei Sozialkundeklassen mehr als eine Stunde lang offenkundig gerne Rede und Antwort.

Die hatten sich bestens vorbereitet: Ob Persönliches zu Julia Klöckner, ob Klimawandel, ob artgerechte Tierhaltung oder Ersatzleistungen für Landwirte bei Unwetterkatastrophen – die Ministerin war gefordert und ließ sich gerne fordern.

Da wollten die Schüler wissen, wie es denn um den Terminkalender der Ministerin bestellt sei, und wie es um Freundschaften in der Welt der Politik so stehe. Ja, die gebe es, so Klöckner. Und führte aus, dass sie beispielsweise mit dem ihr offenbar zumindest nicht unsympathischen Entwicklungsminister durchaus nach Afrika fahren könne. Vermutlich aber mehr, weil sie der Kontinent interessiere. Tiefe Freundschaften gebe es indes nicht. Umso mehr freue sie sich darauf, einmal im Jahr mit vier Freundinnen, die sie noch aus der Schulzeit kenne, einen Mädels-Kurzurlaub zu verbringen.

Billiges Fleisch entspreche nicht der Wertschätzung

Dann aber wandte man sich in Gegenwart der ebenfalls erschienenen CDU-Landtagsabgeordneten Horst Gies und Guido Ernst der Politik zu. „Es gibt keine Fragen, die man nicht stellen darf, wohl aber Antworten, die man nicht geben muss“, ermunterte die Ministerin. Schnell nahmen vor allem Tierschutz und artgerechte Tierhaltung breiten Raum ein. „Tiere sind Mitgeschöpfe“, stellte Klöckner klar. Es gelte, in der Fleischproduktion hohe Standards einzuhalten. Bei der Massentierhaltung komme es nicht darauf an, wie viele Tiere gehalten, sondern wie sie gehalten würden.

Zu billiges Fleisch entspreche nicht der Wertschätzung, die man einem Tier entgegenbringen müsse. 85 Prozent der Konsumenten seien angeblich bereit, mehr für Fleisch zu bezahlen, wenn dies dem Tierwohl zugute komme. Jedoch: „Es gibt einen Unterschied zwischen Sonntagsreden und dem tatsächlichen Einkaufsverhalten“, stellte die Landwirtschaftsministerin klar.

Ebenfalls angesprochen wurde der Klimawandel. Die diesjährige Dürre habe den Bauern massiv geschadet, sowohl im Ackerbau als auch auf den für die Futtergewinnung entscheidenden Grünflächen. Bundeshilfe werde dort gewährt, wo bäuerliche Existenzen in Not seien. Zwar gebe es die Verpflichtung, sich gegen Ernteausfälle zu versichern. Jedoch könne dies bei Katastrophen nicht im vollen Umfang gelten.